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ORPHEUS: Grosse Gefühle im KLEINEN HAUS

Orpheus steigt herab von Tennessee Williams feierte Premiere im Schauspiel


Nach zweieinviertel Stunden pausenlosen Spiels dankte das Publikum den 12 Schauspielern und dem Regieteam mit langem Applaus: Am Donnerstagabend hatte ein selten gespieltes Stück des großen amerikanischen Dramatikers Premiere im ausverkauften KLEINEN HAUS des STAATSTHEATERS. In dem 1957 in New York uraufgeführten Drama Orpheus steigt herab übersetzt Tennessee Williams den Orpheus-Mythos in eine Kleinstadt im amerikanischen Süden. Er erzählt psychologisch genau die Geschichte eines reisenden Musikers, gespielt von Benjamin Berger, der sich in die Frau (Joanna Kitzl) eines Ladenbesitzers (Hannes Fischer) verliebt und den Hass einer ganzen Stadt auf sich zieht. 1959 wurde das Stück mit Anna Magnani und Marlon Brando unter dem Titel Der Mann in der Schlangenhaut verfilmt.


Regisseur Sebastian Schug hat nach Endstation Sehnsucht zum zweiten Mal Williams inszeniert und dabei auf die emotionale Kraft des Südstaaten-Melodrams gesetzt. Einen Brückenschlag über die Zeiten hinweg hat das Ausstattungsteam unternommen: Bühnenbildner Thimo Plath siedelt Williams' Kleinstadt-Hölle in einem realistischen und zugleich fragmentarischen Raum an, der Assoziationen an die Überreste einer verlassenen Tankstelle mitten im Niemandsland weckt. Kostümbildnerin Nicole Zielke verbindet in ihren Kostümen Elemente aus der Zeit der Entstehung des Stücks mit der Gegenwart, Musiker Johannes Winde mischt moderne Songs mit eigenen Klavier-Kompositionen und Nazgol Emamis Videoprojektionen schaffen eine poetische Bildwelt für die surrealen Momente der Inszenierung.


 

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