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NEWS

Die 40. INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE stellen ihr Jubiläumsprogramm vor

Petra Hasebrink, Direktionsbevollmächtigte Öffentlicher Dienst BBBank, Michael Fichtenholz, Künstlerischer Leiter der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE & der INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE, Johannes Graf-Hauber, Kaufmännischer Direktor STAATSTHEATER - Foto: Felix Grünschloß

INTERNATIONALE HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE 2017

„Wir feiern Händel!“

Musiker aus mehr als 20 Nationen, 4 Orchester, 3 Chöre und 24 Veranstaltungen

 „Unsere beliebten Festspiele werden jetzt 40 Jahre jung. Und das feiern wir mit den Künstlern, die der Musik von Händel neue Dimensionen und neuen Sinn für die Zukunft schenken“, sagt der Künstlerische Leiter der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE Michael Fichtenholz, der das vielseitige Jubiläumsprogramm auf der diesjährigen Pressekonferenz vorstellte. 

Zu erleben sind vom Publikum hochgeschätzte und beliebte Künstler sowie viele neue Stars der Barockmusikszene, die zum ersten Mal in Karlsruhe auftreten. Ein erlesenes Ensemble weltberühmter Barock-Spezialisten verschiedener Generationen aus Europa, den USA, Australien und Asien kommt in die Stadt, um Händel und seine Werke zu ehren und den Festspielabenden besondere Momente zu schenken. Darunter sind international erfolgreiche Sänger wie Max Emanuel Cencic, Sandrine Piau, Vivica Genaux, Patrizia Ciofi, Anna Bonitatibus, David Hansen, Jennifer France, Sine Bundgaard, Terry Wey, Vince Yi, Lauren Snouffer, Samuel Boden, Juan Sancho, Jakub Josef Orlinski, die bekannte Instrumentalsolistin Anna Fusek, die Dirigenten Christian Curnyn, Christopher Moulds, George Petrou und Peter Neumann, welche gemeinsam mit den HÄNDEL-SOLISTEN, der BADISCHEN STAATSKAPELLE, Armonea Atenea und Il pomo d’oro zu erleben sein werden, und nicht zu vergessen Donna Leon, die mittlerweile auch ein Fan der FESTSPIELE geworden ist.  

 „Nachdem mein Vorgänger Günter Könemann 1978 die Händel-Tage, später in HÄNDEL-FESTSPIELE umbenannt, ins Leben gerufen hat, sind sie nicht nur zu einem der wichtigsten Höhepunkte des Karlsruher Kulturlebens geworden, sondern haben auch international einen hohen Stellenwert in der Pflege und Weiterentwicklung der Barockmusik errungen. Die jüngste Schwester zweier anerkannter Händel-Festspiele in Göttingen und Halle verfügt in vielerlei Hinsicht über ein einzigartiges Profil und eine individuelle künstlerische Handschrift – die jedes Jahr mehr und mehr Zuschauer in die Stadt lockt – 2016 erreichen die HÄNDEL-FESTSPIELE Rekordbesucherzahlen von über 15.000 Besuchern“, freut sich Generalintendant Peter Spuhler.

 "Das Ewig-Weibliche“ ist das diesjährige Motto, und das Festspielprogramm reflektiert in besonderer Weise die Welt der Frauen in den Werken Händels. Goethes berühmtes, weltbewegendes Prinzip des „Ewig-Weiblichen“ schillert in den verschiedensten Facetten der Frauennatur, die von Händel so explizit und erstaunlich scharf beleuchtet wurde. Seine Erkenntnisse sind auch im 21. Jahrhundert noch immer relevant. Die Werke Händels und seiner Zeitgenossen erzählen von einer frivolen jungen Schönheit, die Ruhm und Unsterblichkeit begehrt (im Musikdrama Semele), einer demütigen Christin, die den Märtyrertod erleidet (im Oratorium Theodora), einer Aristokratin, für die ihre Familienehre wichtiger als ihr Leben ist (La Lucrezia im Konzert von Anna Bonitatibus), einer Zauberin, deren magischen Kräfte nach einem Liebesverrat versagen (Auszüge aus Alcina im Konzert von Il pomo d’oro und Patrizia Ciofi) und vielen anderen. 

Mit einer Neuinszenierung von Semele eröffnen wir die 40. INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE. In diesem Meisterwerk des Musiktheaters hat sich der reife Komponist gegen Ende seines Lebens noch einmal selbst übertroffen. Das „Musikalische Drama“, 1744 „in der Art eines Oratoriums“, also konzertant am Londoner Covent Garden uraufgeführt, war 1983 letztmals in Karlsruhe zu erleben. Mit seinen teils dramatischen, teils wuchtigen Chören und vielen Ensembles weist es über die klassische Barockoper hinaus in die Zukunft. Die böse Geschichte von der griechischen Tochter aus besserem Hause, die den Verlockungen einer Karriere an der Seite des höchsten Gottes im Staate erliegt, ist von shakespearscher Tiefe, Poesie und Weisheit. Seit ihrer Wiederentdeckung 1925 hat sie große Regisseure weltweit begeistert. Bei uns inszeniert der Niederländer Floris Visser, der an der Nederlandse Reisopera und am Moskauer Bolshoi-Theater Furore machte. Die Ausstattung entwarf Theatermagier Gideon Davey. Barockspezialist Christopher Moulds leitet die DEUTSCHEN HÄNDEL-SOLISTEN. Führende Barocksänger aus ganz Europa sind zu erleben: die junge britische Sopranistin Jennifer France als Semele, der berühmte britisch Tenor Ed Lyon als Jupiter sowie der österreichische Countertenor Terry Wey, der dem Publikum aus Teseo in Karlsruhe 2015 und 2016 bestens vertraut ist.  Mit dabei sind Katharine Tier in der Rolle von Göttin Juno sowie Dilara Baştar in der Rolle von Semeles Schwester Ino, zwei renommierte Sängerinnen des Karlsruher Ensembles. Möglich wurde diese Produktion durch die Unterstützung der BBBank, mit der die Hälfte des Ausstattungsetats finanziert werden konnte.

 Die Inszenierung von Arminio, ein absoluter Höhepunkt der HÄNDEL-FESTSPIELE 2016, kommt als Wiederaufnahme mit drei Vorstellungen auf den Spielplan zurück. Max Emanuel Cencic, der in seiner Doppelrolle als Regisseur und Hauptdarsteller von der internationalen Presse gelobt wurde, steht als tapferer König Arminio auf der Bühne. Die vom Publikum gefeierte hochkarätige Besetzung bleibt zu großen Teilen erhalten: Vince Yi als Sigismondo, Juan Sancho als Varo, Pavel Kudinov als Segeste und Owen Willetts als Tullio sind wieder mit dabei. Wichtige Umbesetzungen gibt es bei den Frauenrollen. Als Arminios Gemahlin Tusnelda tritt die hochbegabte junge amerikanische Sopranistin Lauren Snouffer auf, als Ramise, die zweite Protagonistin, gibt die italienische Mezzosopranistin Gaia Petrone ihr Debüt in Karlsruhe. George Petrou leitet erneut sein dynamisches griechisches Orchester Armonea Atenea.

 Nach langer Pause ist bei den FESTSPIELEN wieder ein Oratorium von Händel zu hören. Für die konzertante Aufführung von Theodora, einem der späten Meisterwerke Händels, konnte der bedeutende deutsche Dirigent und gebürtige Karlsruher Peter Neumann gewonnen werden, dessen Markenzeichen die dramatischen und ausdruckvollen Interpretationen geistlicher sowie profaner Werke von Bach, Händel und Mozart sind. Seine Aufnahmen wurden mehrmals von internationalen Fachzeitschriften mit Preisen ausgezeichnet. Für Theodora bringt der Dirigent den von ihm gegründeten Kölner Kammerchor mit zu uns und wird mit der barockerfahrenen BADISCHEN STAATSKAPELLE musizieren. In den Hauptrollen der frommen Christin Theodora und ihrem Geliebten Didymus sind die dänische Sopranistin Sine Bundgaard (zuletzt 2015 als Costanza in Riccardo Primo zu hören) sowie der Shooting-Star der neuen Generation der Countertenöre der Australier David Hansen zu erleben. Nicht weniger bedeutend sind die norwegische Mezzosopranistin Tuva Semmingsen (ihre Stimme hört man in Lars von Triers Kultfilm Antichrist), der gefragte englische Tenor Samuel Boden als Septimius und der junge australische Bariton Morgan Pearse als Valens, Gewinner des Cesti-Wettbewerb für Barockgesang in Innsbruck im August 2016. 

 Das Festkonzert der DEUTSCHEN HÄNDEL-SOLISTEN widmen wir dem Gründer der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE, Günter Könemann. Das Orchester, das auf dessen Initiative hin 1985 aus führenden Spezialisten im Bereich der Alten Musik gegründet wurde, hat das Ziel, die historische Aufführungspraxis in Karlsruhe zu pflegen. Es erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Carl Xaver Richter und Heinrich Monn. Höhepunkt des Konzertes ist ein Werk Händels, das ideal zum festlichen Anlass passt – die Feuerwerksmusik. Am Pult steht der britische Dirigent Christian Curnyn, der sich mit Barockoper-Interpretationen von Cavalli bis Händel einen großen Namen gemacht hat. Die virtuose tschechische Flötistin Anna Fusek, die schon 2016 im Eröffnungskonzert zu erleben war, präsentiert ihre eigene Fassung des Italienischen Konzerts von Bach sowie ein Flötenkonzert von Antonio Vivaldi.

 Abendsterne – so heißt die aus drei Musikprogrammen bestehende Konzertserie, die die HÄNDEL-FESTSPIELE anlässlich des 40jährigen Bestehens in der CHRISTUSKIRCHE am Mühlburger Tor veranstalten werden. Von Samstag bis Montag treten nacheinander einige der größten Stars der Barockmusik zusammen mit vielversprechenden jungen Künstler auf:

Händel: Frauenliebe und Leben ist das erste Konzert dieser Reihe. Donna Leon, die Krimiautorin und Händel-Spezialistin, moderiert das Programm aus Opernszenen und Instrumentalmusik von Händel, in dem das exzellente italienische Ensemble Il pomo d’oro mit seinem Chefdirigent Maxim Emelyanychev zu erleben ist. Die weltberühmte italienische Primadonna Patrizia Ciofi, die neben ihren Erfolgen im Bereich der Barockmusik regelmäßig an führenden Häusern der Welt Triumphe als Lucia, Violetta oder Donna Anna feiert, singt Arien und Szenen aus Giulio Cesare, Alcina, Amadigi und Radamisto – eine  beeindruckende Reihe von Frauenportraits, die die ganze Palette menschlicher Emotionen bietet: Verliebtheit, Vertrauen, Zorn, Verzweiflung und Hass.
In Musik für die Engel öffnet sich mit geistlichen Werken von Händel und Vivaldi die Welt der italienischen Kirchenmusik. Die DEUTSCHEN HÄNDEL-SOLISTEN musizieren mit dem hervorragenden Kammerchor der Christuskirche, geleitet von Carsten Wiebusch. Als Solist ist der junge polnische Countertenor Jakub Josef Orlinski zu erleben.
Die Barockdiva der Gegenwart, die Italienerin Anna Bonitatibus, ist der Star des dritten Konzertabends: Heroinen der Antike. Berührende Frauenschicksale aus dem 17. und 18. Jahrhundert kennzeichnen das Programm – die assyrische Königin Semiramis aus der Oper von Nicola Jomelli, Arianna in einer Solo-Kantate von Joseph Haydn und die römische Aristokratin Lucrezia in einer unglaublich intensiven Kantate von Händel kommen dabei zu Wort.

 Das Festspielmotto Das Ewig-Weibliche prägt auch das Abschlusskonzert der Festspiele – Primadonnen! Zwei Ausnahmesängerinnen unserer Zeit – die französische Sopranistin Sandrine Piau und die amerikanische Mezzosopranistin Vivica Genaux –  entdecken die Welt der Operndiven aus dem Goldenen Zeitalter der Händel-Opernuraufführungen wieder und werden zu Francesca Cuzzoni, Faustina Bordoni, Anastasia Robinson, Margherita Durastanti, Anna Strada del Po. In Händels Musik leben Kunst und Charisma der Sängerinnen über die Jahrhunderte weiter und werden neu lebendig. Die  beiden Sängerinnen haben dieses Programm zusammen mit dem Dirigent George Petrou und dem Orchester Armonea Atenea für Karlsruhe kreiert. 

Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der INTERNATIONALE HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE ist die Verzahnung der FESTSPIELE mit der INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE, die seit 32 Jahren ein wichtiger Baustein der Karlsruher Musiktradition ist und Wissenschaft und Nachwuchsförderung mit dem Festspielbetrieb verknüpft. Mit den künstlerischen Leitern Michael Fichtenholz und Prof. Thomas Seedorf stellt sich die Akademie mit einem neuen, kompakten Format vor. Unterrichten werden bedeutende Musiker unserer Zeit, die die Gegenwart der historischen Aufführungspraxis bestimmen, und auch bei den Festspielen auftreten. Die Professoren für die HÄNDEL-AKADEMIE sind zwei bedeutende Meisterinnen des Barockgesangs Anna Bonitatibus und Deborah York. Die Instrumentalkurse sind bei den Mitgliedern des weltberühmten Freiburger Barockorchesters Anne-Katharina Schreiber (Violine) und Guido Larisch sowie dem Professor der Hochschule für Musik Karlsruhe Kristian Nyquist (Generalbass) in den besten Händen. Zudem werden zusätzliche Veranstaltungen für die Kursteilnehmer und weitere Interessenten angeboten: Künstlergespräche mit Max Emanuel Cencic (28.2) und Deborah York (4.3), sowie eine öffentliche Meisterklasse von Vivica Genaux (3.3.) und eine Händel-Werkstatt mit den Dozenten der Akademie (3.3). Interessierte Künstler können sich unter www.haendel-akademie.de ab 1.11.2016 zur Teilnahme anmelden.

 Die Durchführung der FESTSPIELE ist nur möglich dank vieler engagierter Unterstützer, die sich in den Reihen der HÄNDEL-GESELLSCHAFT und im Kuratorium der HÄNDEL-GESELLSCHAFT finden. Besonders glücklich ist das STAATSTHEATER, dass sich die BBBank bereit erklärt hat, die FESTSPIELE langfristig über 6 Jahre mit einem Betrag von 40.000 EUR p. a. zu unterstützen.

 Weiter vernetzen sich die FESTSPIELE auch in der Stadt Karlsruhe. Mit der Kunstmesse ART Karlsruhe, die parallel stattfindet, sind einige gemeinsame Aktionen bereits in der Planung. Auch der Karlsruher Tourismus bringt die beiden Veranstaltungen in einem Tourismuspaket zusammen. Es wurde ein spezielles Angebot entwickelt, bei dem der Besuch der FESTSPIELE mit einem weiteren kulturellen Highlight, dem Besuch der art KARLSRUHE, der Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst, in einem zweitägigen Aufenthalt kombiniert werden kann. Eine Fahrt nach Karlsruhe lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Tourist-Information Karlsruhe unter T 0721 3720 5383/ 5384, per Mail unter touristinfo@karlsruhe-tourismus.de oder im Internet unter www.karlsruhe-tourismus.de. 


Karten für alle Veranstaltungen der HÄNDEL-FESTSPIELE erhalten Sie jederzeit im Internetverkauf unter www.staatstheater.karlsruhe.de oder an der Theaterkasse von Montag bis Freitag 10 – 18.30 Uhr und Samstag 10 – 13 Uhr oder unter kartenverkauf@staatstheater.karlsruhe.de, T 0721 933 333.

 

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