Die WALKÜRE-Premiere steht bevor


Am 4.12. fand im STUDIO unsere Matinée zur Neuinszenierung der WALKÜRE von Richard Wagner statt. Der zweite Teil des neuen KARLSRUHER RINGS startet heute in die Endprobenwoche vor der bereits ausverkauften Premiere am 11.12.

Der junge kalifornische Regisseur Yuval Sharon berichtete dem interessierten Publikum, DIE WALKÜRE sei seine Lieblingsoper überhaupt und gab Einblicke in sein Werkverständnis, die zu einer aufwendigen Verbindung von avancierter Bühnentechnologie und neuen Medien führt.

Zu zeigen sei, dass die Götter die Zukunft bereits voraus sähen, diese also nicht mehr verändern könnten und insofern in einer Zeitschleife der Sinnlosigkeit gefangen seien, wohingegen für die Menschen die Zukunft noch offen, also gestaltbar sei. Um ihre Freiheit zu nutzen, müssen sie sich aber erst aus der Umklammerung einer oft traumatischen Vergangenheit befreien. Wie genau die Zeit in Sebastian Hannaks Bühnenbildern zum Raum wird, wollte der Götz-Friedrich-Preisträger aber noch nicht verraten. Das Staunen über Unvorhergesehenes sei unverzichtbar im Theater.

Im Gespräch zwischen GMD Justin Brown, der den NEUEN KARLSRUHER RING als leidenschaftlicher Wagnerianer angestoßen hat, und Sharon taten sich aber auch unterschiedliche Nuancen des Werkverständnisses auf, die der harmonischen Zusammenarbeit  keinen Abbruch tun, sondern aufzeigen, wie vielgestaltig Wagners Themen und Figuren sind. Sie fordern jeden und jede heraus, sich einen eigenen Reim auf sie zu machen.

Katharine Tier, die im neuen Karlsruher Ring erstmals die WALKÜREN-Fricka singen wird, erhielt für ihre leidenschaftliche Interpretation von SO IST ES DENN AUS MIT DEN EWIGEN GÖTTERN begeisterte Zustimmung. Die australische Mezzosopranistin führte differenziert aus, wie sympathisch ihr die Idee ist, eine starke Frau auf Augenhöhe mit ihrem männlichen Partner darstellen zu dürfen, machte aber auch deutlich, wo sie der Figur die Zustimmung verweigere.

Unser Siegmund-Cover James Allen Smith aus Chicago erzählte, wie er durch die große Heroine der Metropolitan Opera Margaret Harshaw in das Wagner-Universum eingeführt und durch den Bayreuther Wagner-Bass Eric Halfvarsson unterrichtet wurde. Gemeinsam mit dem großartigen Bass des Karlsruher Ensembles Avtandil Kaspeli und Korrepetitor Rainer Armbrust gestaltete er textverständlich, farben- und aspektreich Siegmunds spannende Erzählung über seine Wolfskindjugend im Wald, FRIEDMUND DARF ICH NICHT HEISSEN.

Alle Infos zur WALKÜRE finden Sie hier.