Alexander Schulin

Alexander Schulin, vom Sender Freies Berlin als "einer der viel versprechendsten Musiktheaterregisseure seiner Generation" bezeichnet, inszenierte bereits ein breites Spektrum der Opernliteratur (von Raritäten bis zum bekannten Repertoire), Sprech- und Figurentheater. Am frisch gegründeten "Studiengang Regie" der Münchner Musikhochschule bei August Everding bekam er schon früh die Gelegenheit zu eigenständigen Regie-Arbeiten. Nach dem Studium wurde er direkt an die Bayerische Staatsoper als Regieassistent und Abendspielleiter übernommen, ab 1992 - zu Beginn der Ära Barenboim - in gleicher Position an die Staatsoper Unter den Linden Berlin. Alexander Schulin, persönlicher Assistent von Patrice Chéreau in Paris, Salzburg und Berlin, leitete 1994 die Übernahme von dessen Pariser WOZZECK-Inszenierung an die Berliner Lindenoper, gefolgt von drei eigene Inszenierungen am gleichen Haus (ZAIDE von Mozart, Uraufführung der neuen Textfassung von I. Dische und H.M. Enzensberger, Hebbeltheater Januar 1996; L`ISOLA DISABITATA von Joseph Haydn im Apollosaal der Staatsoper, Dezember 1996; LE POSTILLON DE LONJUMEAU von Adolphe Adam an der Staatsoper, Juli 1998). In diesen Zeitraum (1994-96) fielen auch Inszenierungen am Prinzregententheater München zweier Jugendtheaterproduktionen (KRABAT nach dem Roman von Otfried Preußler, und ANIMAL FARM nach George Orwell) sowie MANON von J. Massenet und CARDILLAC von P. Hindemith am Stadttheater Hildesheim.
Im Mai 1998 verpflichtete Daniel Barenboim ihn als Regisseur der Inszenierung von Beethovens FIDELIO im neueröffneten Symphony Center in Chicago. Seit Beginn der Spielzeit 1998/99 arbeitet Alexander Schulin als freischaffender Regisseur. Zu seinen letzten Produktionen gehörten COSà FAN TUTTE am Opernhaus Halle, MADAMA BUTTERFLY in Krefeld und EVGHENIJ ONEGIN (mit Semyon Bychkov am Pult) beim 63. Maggio Musicale in Florenz. IL BARBIERE DI SIVIGLIA eröffnete das Saxion Opera Festival in Enschede, NL. Im Januar 2001 inszenierte Alexander Schulin DER VOGELHÄNDLER an der Volksoper Wien und konnte im Juni 2001 mit LUISA MILLER in Krefeld, seiner zweiten Verdi-Inszenierung nach UN BALLO IN MASCHERA an der Staatsoper Hamburg, einen grossen persönlichen Erfolg verzeichnen. Mit Mozarts LA FINTA GIARDINIERA am Opernhaus Graz (Premiere 14. Oktober 2001) konnte Alexander Schulin eine "intrikate Bühnenhandlung ... unmittelbar augenfällig" machen. (DIE PRESSE WIEN). Wiederum am Theater Krefeld-Mönchengladbach folgte im Frühjahr 2002 die MARIA STUARDA, die durch eine Reihe kluger Gedanken eine transparente Deutung der Donizetti Oper anbot und weithin Beachtung fand.
Seine Karlsruher Mefistofele-Inszenierung brachte ihm im Jahrbuch der Opernwelt eine Nominierung in der Rubrik "Bester Regisseur".









