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Stanley Walden

Stanley Walden

Foto: Felix Grünschloß

Stanley Walden wurde 1932 in New York geboren und studierte Modern Dance bei Merce Cunnigham, danach Klarinette und Komposition am Queens College. Parallel arbeitete er als Korrepetitor für Choreografen wie Martha Graham, José Limón und Jerome Robbinsn. Während seines Militärdienstes war er Solo-Klarinettist im „Army Symphony Orchestra“ in Stuttgart. Anschließend musizierte er von 1957-70 u. a. bei der New York Philharmonic, der Metropolitan Opera, gründete das Contemporary Chamber Ensemble und lehrte an der Juilliard School. 1969 gründete er mit Peter Schickele und Robert Dennis das Trio „The Open Window“, das die Musik für die erotische Revue Oh! Calcutta! komponierte. Die Show ist die am längsten gespielte Revue in der Geschichte des Broadways. Die Musik war für den renommierten Grammy nominiert.
1970 lernte er den Theaterregisseur und Drehbuchautor George Tabori kennen. Aus dieser Begegnung sollte eine lange produktive Zusammenarbeit entstehen, bei der über 50 Produktionen in den USA und Europa entstanden. Ihre erste Kooperation war das Vietnam-Stück Pinkville im American Place Theater in New York. Dieses Stück war 1971 auch in Berlin zu sehen. Eine weitere Station dieser Zusammenarbeit war das Theater Bremen, wo sie 1975 Sigmunds Freude entwickelten. 1980/81 lebte Walden in München, dort komponierte er Musik für verschiedene Produktionen an den Kammerspielen. Weitere Bühnenmusik entwickelte er u.a. für die Tabori-Produktionen Der Untergang der Titanic und My Mother’s Courage. Es folgte 1983/84 die Zusammenarbeit für Jubiläum und Peepshow in Bochum. Mit dem Intendanten Claus Peymann gingen beide nach Wien. Am Akademietheater des Wiener Burgtheaters wurden 1987 Mein Kampf und 1991 Die Goldberg-Variationen uraufgeführt. In Taboris eigenem Theater „Der Kreis“ erarbeiteten sie Masada, Lears Schatten und Zum Zweiten Mal. Es folgten Produktionen im Berliner Ensemble wie beispielsweise Die Brecht Akte (1999) oder Das Erdbeben Concerto (2002).
Unter seinen orchestralen Werken sind Invisible Cities für das Philadelphia Orchestra unter Erich Leinsdorf und Circus unter Seiji Ozawa mit den Chicagoer Symphonikern zu nennen. Walden komponierte auch Musik zu Filmproduktionen wie beispielsweise Desperado City, Frohes Fest oder The Crazy American Girl.
1998 brachte er zusammen mit seiner Ehefrau Barbara das Buch Life Upon the Wicked Stage heraus, das sich zu einem Standardwerk für die Ausbildung zum Musicaldarsteller entwickelt hat.
Walden komponierte eigenständige musikalische Bühnenwerke wie Bachs letzte Oper, die 2002 in Erfurt uraufgeführt wurde. Liebster Vater, ein Auftragswerk vom Theater Bremen, wurde in Berlin, Weimar und New York nachgespielt. Seine Musicals Back Country, Miami Lights, Café Mitte und Bahn frei! waren in den USA und Deutschland zu sehen.
1991 gründete er Studiengang Musical/Show an der Universität der Künste in Berlin. Stanley Walden war maßgeblich an der Entwicklung der deutschen Musicallandschaft beteiligt.

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