Navigation einblenden

GASTSPIEL VERRÜCKTES BLUT

von Nurkan Erpulat und Jens Hillje frei nach dem Film „La journée de la jupe“, Drehbuch und Regie Jean-Paul Lilienfeld - Eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße und der Ruhrtriennale
GASTSPIEL FREIE SZENE. URAUFFÜHRUNG
ab 14 Jahren

23.04.2012 KLEINES HAUS

Fotogalerie

Verrücktes Blut, in der Inszenierung von Erpulat, Nachwuchsregisseur des Jahres 2011, wurde vom SPIEGEL als „Hit der Saison“ gefeiert.
„Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei meiner Ehre, ich will sie geltend machen.“ Franz Moor aus Schillers Die Räuber ist ein geborener Schurke, ein abschreckendes Beispiel – und jenen Jugendlichen nicht unähnlich, die wir fürchten, weil wir glauben, dass sie unsere Straßen und Schulhöfe unsicher machen. Ihr Hintergrund ist meist ein migrantischer oder muslimischer oder bildungsferner. Und ihr Klischee sitzt tief in unseren Köpfen. Das deutsche Schulwesen, Bildung also, scheint ihre und unsere einzige Rettung zu sein. Doch was, wenn die Vermittlung der deutschen Klassik sich plötzlich der Mittel Franz Moors bedient? Eine Lehrerin versucht, ihren disziplinlosen Schülern ausgerechnet Friedrich Schiller und das klassische deutsche Theater nahe zu bringen, als ihr eine echte Pistole in die Hände fällt. Nach kurzem Zögern nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen. Denn nur das Theater kann die Welt noch retten. Verrücktes Blut von Nurkan Erpulat und Jens Hillje nach dem Film von Jean-Paul Lilienfeld ist „das Stück der Stunde“ (FAZ), die Produktion zum in Deutschland schon lange schwelenden, im letzten Jahr aufgeflammten Migrations- und Integrationsdiskurs – und ein Theaterabend, der Fragen stellt nach einer gesellschaftlichen Zukunft jenseits von Konzepten der Integration, die einer Zuschreibung von Eigen und Fremd, Innen und Außen verhaftet sind. Am 24.5. wird Verrücktes Blut in einer Eigenproduktion des STAATSTHEATERS Premiere feiern und danach im Repertoire gezeigt.

Das Ballhaus Naunynstrasse in Berlin, das sich Deutschlands erstes postmigrantisches Theater nennt, wurde 2008 unter der künstlerischen Leitung von Shermin Langhoff eröffnet und bietet Künstlerinnen und Künstlern der zweiten und dritten Generation eine Plattform.

Deutschsprachiges Stück des Jahres 2011, Theater heute / Publikumspreis, Mülheimer Theatertage 2011 / Einladung zu Theatertreffen 2011

REGIE Nurkan Erpulat BÜHNE & KOSTÜME Magda Willi 
MUSIK Tobias Schwencke DRAMATURGIE Jens Hillje
MIT Aylin Esener, Nora Abdel-Maksoud, Hassan Akkouch, Murat Dikenci, Tamer Arslan, Pınar Erincin, Adrian Saidi, Paul Wollin

Im Anschluss Publikumsgespräch

Die Veranstaltung wurde ermöglicht durch die Kulturstiftung des Bundes

Kulturstiftung des Bundes

Navigation einblenden