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ANTIGONE

Tragödie von Sophokles

Dauer: 1h 45

ÖFFENTLICHE PROBE
04.04.2017 KLEINES HAUS
PREMIERE
08.04.2017 KLEINES HAUS

Trailer zu ANTIGONE

Schon die Vorgeschichte von Antigone ist ungeheuer: Gedrückt von der Schuld, mit seiner Mutter vier Kinder gezeugt und im Wahn seinen Vater erschlagen zu haben, ist König Ödipus zurückgetreten. Er verbannt sich selbst auf die Insel Kolonos. Und auch nach seinem Tod lastet der göttliche Fluch weiterhin auf Ödipus’ Familie. Seine Söhne Polyneikes und Eteokles geraten in Streit um die Macht in Theben – mit tödlichem Ausgang für beide. Ihr Onkel Kreon übernimmt die Amtsgeschäfte und lässt Eteokles, den Verteidiger der Stadt, beerdigen. Weil er seine eigene Heimat angegriffen hat, soll der Leichnam des Polyneikes hingegen unbegraben verwesen. Dagegen lehnt sich seine Schwester Antigone mit aller Vehemenz auf. Kreon sieht durch ihren Widerstand die Staatsräson gefährdet, fühlt sich von ihrer Radikalität bedroht und lässt sie bei lebendigem Leibe in eine unterirdische Gruft sperren. Die Spirale der Gewalt dreht sich unaufhaltsam weiter. Als Folge des harten Urteils finden noch zahlreiche Familienmitglieder den Tod.

Seit sich Menschen in der Demokratie ihre Gesetze geben, beschäftigt sie das Dilemma zwischen dem Individuum mit seinen Wünschen und moralischen Ansprüchen und der Notwendigkeit, das allgemeine Recht zu achten. Vor rund 2500 Jahren wurde Sophokles’ Antigone in Athen uraufgeführt und noch immer fasziniert die Thematik: Nur wenige Tragödien haben über einen derart langen Zeitraum dieselbe Fülle an aktualisierenden Darstellungen im Kontext politischer Zeitgeschichte erfahren.

Anna Bergmann verortet ihre Antigone in einer dystopischen Welt. Filmisch angelegt, fokussiert die Regisseurin den düsteren Mythos vom Fluch der Labdakiden. Sie porträtiert die zwischen Albtraum und Überforderung wankenden Mitglieder der Herrscherdynastie und geht dabei der Frage nach, wie politische Macht den Menschen verändert. Nach La Bohème und Drei Schwestern inszeniert Anna Bergmann fürs STAATSTHEATER mit Antigone erneut einen Stoff mit einer kraftvollen Frau im Zentrum des Geschehens.

REGIE Anna Bergmann BÜHNE Katharina Faltner KOSTÜME Sibylle Wallum MUSIK Heiko Schnurpel VIDEO Sebastian Pircher LICHT Christoph Pöschko CHORLEITUNG Jannek Petri CHOREOGRAFIE Dominik Jellen DRAMATURGIE Judith Heese THEATERPÄDAGOGIK Verena Lany


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