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DER GUTE GOTT VON MANHATTAN

Von Ingeborg Bachmann

Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

28.03.2021 STUDIO

Bachmanns berühmtestes Hörspiel erzählt von der zerstörerischen Kraft einer bedingungslosen Liebe. Als Jan und Jennifer sich auf Grand Central Station begegnen ist es im selben Moment um sie geschehen. Es entspinnt sich eine Amour fou, die alle Konventionen sprengt. Doch die beiden sind nicht allein. Sie werden überwacht von einem selbsternannten „guten Gott“, der sich zum Richter über Leben und Tod macht. Eine mysteriöse Rolle spielen dabei zwei possierliche, höchst investigative Eichhörnchen, die als Privatdetektive und geheime Postboten agieren. Den Rahmen der Geschichte bildet ein Prozess, in dem der „gute Gott“ sich vor dem Richter verantworten muss. Nach seiner Definition gibt es zwei Arten von Liebe: ein gesellschaftlich genormtes, wohl temperiertes Verhalten der liebevollen Kameradschaft und eine ungesunde, alles verzehrende, romantische Leidenschaft, wie sie schon unzählige Liebende der Weltliteratur dahingerafft hat. Diese zweite Form, so seine Haltung, kann man vor der eigenen Zerstörungskraft nur bewahren, indem man sie vernichtet. Er betrachtet es als seine Pflicht, die von romantischer Liebe hoffnungslos Befallenen in die Luft zu sprengen.
Die Autorin gehört zu den Schöpfer*innen des modernen Hörspiels als selbstständige literarische Form. Ihr Stück wurde 1958 erstausgestrahlt und erhielt 1959 den Hörspielpreis der Kriegsblinden. In geschriebener und gespielter Form zählt es zu den eindrucksvollsten Werken deutscher Literatur im 20. Jahrhundert. Die Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg setzt sowohl die Vernetzung im Bundesland als auch die Förderung junger Regietalente fort.

REGIE Anaïs Durand-Mauptit DRAMATURGIE Eivind Haugland THEATERPÄDAGOGIK Benedict Kömpf

 

                                  

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