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DINNER FOR ONE MIT SONGS

Badische Neueste Nachrichten, Rüdiger Krohn, 02.01.2013

… Die berühmte … Urfassung des „Dinner for one“ dauert knapp elf Minuten. Die Karlsruher Zubereitung im „Studio“ macht daraus satte 70 Minuten, denn hinter dem Titel-Zusatz „mit Songs“ verbirgt sich der Einfall der Inszenierung, das bekannte Geschehen immer wieder zu durchbrechen durch mehr oder minder beziehungsreiche Lieder, die von der Piaf bis zu Madonna, von Michael Jackson und Frank Sinatra bis Joe Cocker und Tom Jones reichen, jeweils begleitet von Johannes Mittl am Flügel. Da droht zwar bisweilen der komödiantische Effekt des Geschehen im musikalischen Dekor ein wenig unterzugehen, aber die aufgekratzte Spielfreude der beiden Darsteller, denen Regisseur Michael Letmathe in kluger Zurückhaltung lange Leine gönnte, machte aus dem Abend eine sehr unterhaltsame Veranstaltung – und zwar nicht nur zu Silvester.

Im Mittelpunkt steht der vielseitige Robert Besta, der als Jimmy mit bemerkenswert gutem Englisch seine Späße mit Miss Sophie, aber auch mit dem animierten Publikum treibt, sich als versierter Sänger und Fiedler bewährt, mit parodistischen und tänzerischen Einlagen glänzt und souverän an den Fäden zieht, die die Aufführung mal zur blanken Blödelei, mal zum interaktiven Theater und mal zu virtuoser Komik, immer aber zum kurzweiligen Bühnen-Jux lenken.

Ihm zur Seite gibt Eva Derleder die Miss Sophie als liebenswürdig greises Mädchen, das unter den Avancen des jungen Butlers zu koketter, scheuer Begierde erblüht – ganz wie in Madonnas Song „Like A Virgin“: „You Made Me Feel Shiny And New“ (durch dich fühle ich mich glänzend und neu). Das Publikum dankte dem ungleichen Paar mit nachdrücklichem Beifall und erzwang gar einige Zugaben von den Protagonisten, bevor es dann zum mitternächtlichen Feuerwerk enteilte.

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