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Badische Neueste Nachrichten, Birgitta Schmid, 10.02.2014

Erstklassige Unterhaltung

"Warum nur wird uns bei „Liedern aus dem All“ so merkwürdig nostalgisch ums Herz? Und warum beschleicht uns im Studio des Badischen Staatstheaters ein seltsames Staunen über die naiven Utopien des 20. Jahrhunderts, auch wenn wir wissen, dass zumindest der Traum von der Reise zum Mond schon realisiert worden ist?

Als „Liederabend“ bezeichnen Natanaël Lienhard, Jacob Bussman und ihr Regisseur Michael Letmathe ihre Produktion in, neben und auf dem Raumschiff. Das ist eine wunderliche kleine Büchse mit Keyboards, Ausstieg und Klapptoilette, die, ebenso wie die Kostüme, der Fantasie Christine von Bernsteins entstammen. Fantasie und Fantastik standen Pate bei der Reise von Tom und Juri durch den Weltraum. Gestartet vom postnationalen blauen Planeten, verbunden zunächst durch die verfremdete Stimme der Bodenkontrollstation – Ronald Funke aus dem Off-, düsen der Astro- und der Kosmonaut im Sauseschritt und vor allem völlig losgelöst durch intergalaktische Weiten und musikalische Welten zwischen David Bowie, Peter Schilling und Jacques Brel bis Ernst Busch. … Diese Reise dauert lange, sehr lange, den Passagieren wachsen weiße Bärte. Für das Publikum allerdings wird die Reise kurz, denn die Unterhaltung an Bord ist erstklassig: Natanaël Lienhard und Jacob Bussmann, Lienhard als Leadsänger, Bussmann an den Keyboards und als Ein-Mann-Chorus, bewegen sich traumwandlerisch sicher durch die Gefühls- und Tonlagen, zu denen Textdichter und Komponisten zwischen 1806 und 2012 beim Anblick der Planeten, der Sterne und des Nichts inspiriert werden. … Melancholie und Komik, Spaß am ausgelassenen Spiel mit den Planeten und der Schwerelosigkeit, gemischt mit einer Prise Belustigung über die Träume von gestern – das begeisterte Publikum erklatschte sich am Ende der rundum gelungenen Premiere zwei Zugaben."

Die Rheinpfalz, Rüdiger Krohn, 13.02.2014

(...) Da sausen nun also die beiden Astronauten, deren Namen Tom (Lienhard) und Juri (Bussmann) nicht ohne Grund auf Figuren der Weltraumfahrt verweisen, durchs ewige All, bis die Verbindung zur Bodenstation abbricht und sie „völlig losgelöst von der Erde“ einem ungewissen Schicksal entgegen schweben.

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