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DAS RHEINGOLD

Stuttgarter Nachrichten, Susanne Benda, 11.07.2016

Jetzt bringt das Badische Staatstheater eine eigene, von vier jungen Produktionsteams betreute Version … heraus – und macht schon beim „Rheingold“ staunen, das David Hermann am Samstagabend nicht nur als leichtfüßiges Vorspiel, sondern als bilderstarken, intelligent vernetzten Schnelldurchlauf durch die gesamte Tetralogie inszeniert.

Um es vorweg zu nehmen: Auch die musikalische Seite des Abends ist von hoher Qualität. Das Dirigat von Karlsruhes Generalmusikdirektor Justin Brown klingt meist leichtfüßig, licht, sehr präzise und nah am Parlando des Textes. ... Jaco Venter als Alberich, Klaus Schneider als Mime und vor allem Matthias Wolhbrecht als Loge: Ihnen allen lauscht man mit viel Genuss.

Die ganze Kritik finden Sie hier.

SWR 2, Lotte Thaler, 11.07.2016

Kurz vor der Eröffnung der diesjährigen Bayreuther Festspiele behauptet das Staatstheater in Karlsruhe seinen Ruf als Wagnerstätte und lädt zu einer neuen Produktion des "Ring des Nibelungen" ein. Vier Nachwuchs-Regisseure wurden für die einzelnen Teile der Tetralogie verpflichtet. Der erste ist David Hermann, der in Karlsruhe die Intendanz von Peter Spuhler mit den "Trojanern" von Hector Berlioz eröffnet hatte. Mit dem "Rheingold" gibt er jetzt einen Rahmen vor, der es seinen Nachfolgern nicht leicht machen wird. … Die Badische Staatskapelle unter der Leitung ihres Chefs Justin Brown macht im philharmonischen, temporeichen und klangsensiblen Duktus ihrem Namen als Wagner-Interpret alle Ehre. Raunende Musik, hinterhältig-böse Musik, glitzernde Musik und eine hochdramatische Generalpause nach Alberichs Fluch: "Des Ringes Herr, des Ringes Knecht", treiben das Bühnengeschehen aus sich heraus bis zum imperialen Schluss.

Lesen und hören Sie die ganze Kritik hier.

BNN, Claus Walters, 11.07.2016

Hermann inszeniert die Hoffnungen, Nöte und Triebe der Figuren eng an Wagners Text und seiner Musik. Jaco Venter ist ein von Testosteron getriebener Alberich. Mit wuchtigem Stimmeinsatz und großer darstellerischer Präsenz verkörpert er den nach Liebe gierenden Nacht-alben, mit dem die Rheintöchter (sehr ausgewogen und klangschön mit Uliana Alexyuk, Stefanie Schaefer und Katharine Tier besetzt) ihr Spiel treiben. …

Dreh- und Angelpunkt der Aufführung ist Matthias Wohlbrechts Loge, ein Mephisto im Hippiegewand. Theatralisch wird er von Wotan aus dem Ofen hervorgezaubert, scheint keinen Stillstand zu kennen, ist ständig in Bewegung, springt auch mal übermütig auf den Konferenztisch. Wohlbrecht singt Loge mit prägnantem, intonationssicherem Charaktertenor, ein Strippenzieher, der den Untergang der Götterwelt interessiert beobachtet. Eine famose, vom Publikum gefeierte Leistung.

Die gewaltig auftrumpfende, bei den Blechbläsern ebenso wie bei den subtiler agierenden Holzbläsern, aber auch den weich intonierenden Streichern souveräne Badische Staatskapelle ist einmal mehr Garant eines großen Wagner-Abends in Karlsruhe.

Badisches Tagblatt, Nike Luber, 11.07.2016

Regisseur David Hermann setzt mit seiner erfrischend direkten Inszenierung der Oper "Das Rheingold" den Auftakt zum neuen "Ring" am Badischen Staatstheater Karlsruhe. …

Optisch ebenso grandios wie das Schlussbild gelang dem Bühnenbildner der Anfang. Vor einem sternenfunkelnden Nachthimmel schlafen die goldglänzenden Rheintöchter, bis - nein, nicht Vater Rhein sondern Mutter Erda - ihnen den Ring ins Wasser wirft, Ausgangs- und Zielpunkt der Inszenierung. … Den Göttern steht das Wasser bis zum Hals. Fricka, von Roswitha Christina Müller mit schlanker, beweglicher Stimme flüssig gesungen, spart nicht mit berechtigten Vorwürfen. Die scheinen an Göttergatten Wotan abzuprallen. Renatus Meszar singt und spielt diese Figur sehr facettenreich, so dass man wunderbar nachvollziehen kann, wie sich Wotan immer tiefer in selbst geschaffenen Problemen verstrickt. …

Zuvor legt Ariana Lucas ihren düster warnenden Auftritt als Erda hin und beweist, dass man nicht Sopran singen muss, um in der Oper zu glänzen. Seung-Gi Jung und James Edgar Knight stellen Freias Brüder Donner und Froh als stimmlich starkes, ansonsten eher halbstarkes Paar von Junggöttern dar. Keiner von ihnen kann es mit dem raffinierten Loge aufnehmen. Eine Glanzrolle für Matthias Wohlbrecht. Der, stimmlich und auch sonst sehr agil, spielt gekonnt jeden gegen jeden aus. …

Die zügig, spannend und frisch erzählte Geschichte kennt auch musikalisch keine Längen. GMD Justin Brown legt mit der Badischen Staatskapelle eine farben- und temporeiche, lebendige Interpretation vor. Geschickt achtet Brown darauf, die Sänger nie "zuzudecken", so dass diese niemals angestrengt wirken. Das Karlsruher "Rheingold" ist auch musikalisch aus einem Guss, das Solistenensemble homogen, die Inszenierung stimmig. Kurz, der Vorabend zu Wagners "Der Ring des Nibelungen" liefert einen rundum gelungenen Auftakt.

Die Rheinpfalz, Karl Georg Berg, 11.07.2016

Am Pult wird aber – zum Glück – wieder Justin Brown stehen. Der englische Maestro, der schon mehrfach den ganzen „Ring“ in Karlsruhe dirigiert hat, macht aus dem „Rheingold“ das, was Wagner wollte: ein Konversationsstück mit fließendem Parlando und pointierten Akzenten. Oft klingt das wie Kammermusik. Brown nimmt das Orchester nicht selten sehr zurück, um umgekehrt an den dramatisch wesentlichen Stellen und den dynamischen Höhepunkten mit größter Prägnanz und Leidenschaft zu agieren. Es ist ein sehr differenzierter und sprachgewaltiger Wagner. Der Dirigent motiviert die Staatskapelle zu einem sehr straffen und klanglich vielfarbigen Spiel.

Badische Zeitung, Alexander Dick, 11.07.2016

Zum Auftakt eines neuen "Ring"-Zyklus am Badischen Staatstheater Karlsruhe wartet der deutsch-französische Regisseur mit einer schier überwältigenden, ungemein klugen Deutung des "Rheingold" als pars pro toto auf: als Erzählung des gesamten Mythos in all seinen Wirkungen auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das ist schier überwältigend in der Schilderung des Beziehungsreichtums der "Ring"-Handlung, weil es anschaulich die fatalen Konsequenzen aller Verfehlungen der handelnden Personen aufzeigt. … Im Gedächtnis jedoch bleiben wird dieses "Rheingold" als eines der anspielungsreichsten, differenziertesten und überdies auch noch unterhaltsamsten in der Aufführungsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte.

dpa, 11.07.2016

Der Regisseur David Hermann brachte am Samstagabend in Karlsruhe die Oper «Das Rheingold» von Richard Wagner auf die Bühne - und setzte dabei vor allem darauf, Bilder im Kopf der Publikums zu erzeugen…

Die Badische Staatskapelle und Justin Brown hielten bei der "Rheingold"-Premiere den Spannungsbogen über zweieinhalb Stunden aufrecht…

Musikalisch punktete das Badische Staatstheater mit einem starken Solistenensemble. Renatus Meszar überzeugte als Göttervater Wotan, Jaco Venter als polternder Nibelung Alberich und Roswitha Christina Müller als tragische Göttin Fricka.

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