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DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 19.12.2017

Das Karls­ru­her Ring-Pro­jekt wird von zwei Zu­satz­an­ge­bo­ten wirk­lich ge­ni­al flan­kiert: Als Knal­ler zum Schluss, Os­car Straus’ Ope­ret­te „Die lus­ti­gen Ni­be­lun­gen“ . . . Mu­si­ka­lisch ge­hört die größ­te Auf­merk­sam­keit den Spä­ßen aus dem Or­ches­ter­gra­ben. Do­mi­nic Lim­burg bie­tet schlan­ke Mu­sik, in­dem die Karls­ru­her ei­ne Par­ti­tur be­nut­zen kön­nen, in die an­schei­nend Straus (sein ei­ge­ner Ur­auf­füh­rungs­di­ri­gent) selbst sei­ne No­ti­zen ge­macht hat. Hier­aus wird dem­nach er­sicht­lich, dass der Kom­po­nist selbst im End­ef­fekt ei­ne klei­ne­re, trans­pa­ren­te­re Be­set­zung wünsch­te. Tat­säch­lich er­klingt ein ele­gan­ter, ge­witz­ter Sa­lon-Wag­ner. Das Pu­bli­kum be­geis­tert…

 

Badische Zeitung, Alexander Dick, 20.12.2017

Johannes Pölzgutter zeigt auf der von Nikolaus Webern unter ein gotisches Gewölbe gestellten Karlsruher Bühne, dass die nationalistischen Kurzschlüsse im Denken von heute jenen vor über hundert Jahren in Nichts nachstehen. Wobei sich das Regieteam plumpen Aktualisierungsansätzen verschließt. Pölzgutter schöpft aus der Geschichte, die Kostümbildnerin Janina Ammon zu den wildesten Übertreibungen anregt . . .

Siegfried  . . . steht für den modernen, vom Virus des Kapitalismus’ befallenen, befrackten Emporkömmling aus Kaisers Zeiten, umgeben von Burschenschaftlern. Pölzgutter entdeckt in ihm Parallelen zu Heinrich Manns Diederich Heßling. Ein "Untertan", Mitläufer, Saubermann, Geschäftsmann, einer der sich von "reichlicher Rente, mächtiger Mitgift" schnell überzeugen lässt. Und doch "ein weiches Kind" . . .

So wie Rideamus den Stabreim aus dem "Ring des Nibelungen" gelegentlich imitiert, so parodiert auch die Inszenierung den "Ring" und manchmal auch die aktuelle Karlsruher Fassung der Tetralogie. Da wabern die "Ring"-Themen durch den zweiten Akt, da kommt Brunhilde gleich mit einem ganzen Hofstaat an "Hojotoho"-jaulenden Walküren an. Pölzgutter schreckt vor keinem Klamauk zurück, nicht selten denkt man, man wohne einem neuen Abenteuer der britischen Nonsens-Legende Monty Python bei. Doch dann ein gezielter Seitenhieb auf die Gegenwart – und Straus’ "burleske Operette" ist schon im 21. Jahrhundert.

Und wer in Sachen Verstrickungen und Ränke des Nibelungenlieds nicht so firm ist – man kann sich auch amüsieren wie bei einer Comedy. Oder sich der erfrischenden Melodik des noch jungen Oscar Straus (weder verwandt noch verschwägert mit der anderen, berühmteren Wiener Strauß-Familie) erfreuen. Die Musik lustwandelt zwischen Wiener Volkskomödie im Nestroy’schen Sinne, Offenbach, ein bisschen Wagner, vor allem aber der Operette um 1900 mit ihren schmissigen Märschen und galanten Walzermelodien. Der junge Schweizer Dirigent Dominic Limburg hat dafür ein glückliches Händchen und lässt die Badische Staatskapelle animiert und klanglich delikat durch die Partitur rubatieren. Und dass das Badische Staatstheater über ein exzellentes, kompetentes Solistenensemble in Sachen Operette verfügt, zeigt sich auch an diesem Abend: Ob Ina Schlingensiepen (Kriemhild), Volker Hanisch (Gunther) oder Klaus Schneider (Siegfried) – man spielt und singt mit größter Lust am Überzeichnen, ohne ins bloße Chargieren abzudriften. Und wenn das gesamte Ensemble beim rauschenden Doppelhochzeitsfest immer wieder über die Bühne stürmt zu Straus’ fetzigem "Das ist der Furor teutonicus" im 6/8-Takt, mischt sich in all das unbeschwerte Amüsement beim Zuschauer ein wenig Nachdenklichkeit: Sind wir wirklich besser geworden als jene Barbaren da vorne?

Online Musik Magazin, Bernd Stopka, 18.12.2017

Janina Ammon hat herrliche Kostüme gestaltet, die uns durch die Zeiten führen, besonders die mittelalterlichen sind ein Augenschmaus . . .
Das ist eine gelungene komische Aktualisierung . . .

Ganz viel Vergnügen macht Dominic Limburgs schmissiges Dirigat mit der richtigen Kombination aus Elan und Feinsinn für die Köstlichkeiten der Partitur, die ironischen Andeutungen und krassen Überzeichnungen . . .

Wunderbar, dass diese köstliche Nibelungen-Parodie-Operette wieder einmal ausgegraben wurde. Musikalisch hin- und mitreißend, szenisch üppig . . . allemal sehens- und hörenswert.

 

Badisches Tagblatt, Nike Luber, 18.12.2017

Die Badische Staatskapelle spielt unter der Leitung von Dominic Limburg beschwingt die Walzer-, Marsch- und Reigen-Rhythmen, und das sogar in der wieder gefundenen Original-Instrumentierung . . .

 

BNN, Isabel Steppeler, 18.12.2017

Das Ensemble sprüht vor Spielfreude . . .

 

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