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BNN, Isabell Steppeler, 13.02.2018

Am Ende haben sich Juliettes erfrischend optimistische Liebe und Roméos bedingungslose Hingabe durchgesetzt. Dank zweier großartiger Solisten und der puren Macht der Musik in einer fabelhaften Interpretation unter der Leitung von Daniele Squeo erleben die Zuschauer fünf emotional fesselnde Akte voller Frische, Romantik und Tragik. Und jubeln. Diese Oper ist ein großer Kuss.

Hervorragend fügen sich Alexyuks frischer, beweglicher, in vielen emotionalen Farben schillernder und strahlender Sopran und Rodriguez‘ leidenschaftlicher und auch in den Höhen absolut zuverlässiger Tenor zu einem die Herzen erweichenden Duo. Aber auch die kleineren Partien bescheren schöne Moment. Armin Kolarczyk entführt als Mercutio mit der „Ballade der Mab“ und seinem verspielten Bariton in eine irrlichternde Traumwelt. Alexandra Kadurina fesselt als heißblütiger Stéphano. Wärme verströmt Ariana Lucas als Gertrude, Güte und Ruhe Avtandil Kaspeli mit farbenreichen Bassströmen als Frère Laurent. James Edgar Knight ist ein angemessen kalter Tybalt. Von Konstantin Ingenpaß würde man gerne mehr hören als nur die kurze Partie des Pâris, er bot jüngst als Dr. Falke in der Fledermaus an der Musikhochschule einen famosen Auftritt. Nicholas Brownlee (Capulet), Yang Xu (Le Duc), César del Río Fuentes (Benvolio) und Edward Gauntt (Grégorio) ergänzen das Ensemble souverän. Squeo animierte die BADISCHE STAATSKAPELLE und den STAATSOPERNCHOR zu Leidenschaft, Wärme und Glut, aber auch zu leichtfüßiger Spritzigkeit.

Badisches Tagblatt, Nike Luber, 13.02.2018

Kapellmeister Daniele Squeo und die BADISCHE STAATSKAPELLE boten eine mitreißende, atmosphärisch dichte Interpretation von Gounods farbenreicher Musik. Da wurde von rauschender Walzerseligkeit für den Maskenball der Capulets bis zum klangschön musizierten romantischen Motiv der Celli für das Liebespaar eine breitgefächerte Klangpalette entfaltet. Der BADISCHE STAATSOPERNCHOR vermittelte die Ausgelassenheit der Ballgäste, die Wut verfeindeter Parteien und die Trauer über den tödlichen Ausgang der Streitigkeiten. Die Solisten konnten sich ganz und gar auf ihren Gesang konzentrieren.

Uliana Alexyuk und Eleazar Rodriguez erwiesen sich als Idealbesetzung der Hauptrollen. Die Sopranistin verlieh mit ihrer strahlenden Stimme und müheloser Geläufigkeit der Juliette eine bezaubernde Jugendlichkeit. Dabei gelang es der Sängerin, Juliettes Wandlung im Lauf der Handlung von ausgelassener Lebensfreude in ihrer virtuos funkelnden Arie „Je veux vivre“ zum Mut der Verzweiflung, mit dem sie auf die Idee vom Scheintod eingeht, in nuancierter Stimmführung nachzuzeichnen. Ebenso differenziert gestalteten Uliana Alexyuk und Eleazar Rodriguez  ihre vier Liebesduette. Vom routinierten Flirten und Kokettieren beim ersten Kennenlernen steigerte sich die Intensität des Ausdrucks, symbolisch für das Wachsen der Liebe von Roméo et Juliette. Eleazar Rodriguez meisterte die hohen Töne seiner Partie mit gleichbleibend samtigem Timbre, und er gab den Roméo auch in Mimik und Gestik erfrischend lebhaft.

Das spielfreudige Ensemble machte stellenweise das Fehlen einer Inszenierung vergessen. Musikalisch ist die konzertante Interpretation von Roméo et Juliette rundum gelungen.

Die Rheinpfalz, Rüdiger Krohn, 08.03.2018

Uliana Alexyuk stellt stimmlich souverän und mit bezwingendem Ausdruck dies liebes-, aber auch die opferbereite Juliette als selbstbewusste junge Frau vor, die dem Stadium kindlicher Schwärmerei rasch entwächst und dem Überschwang des ekstatisch liebenden Roméo mit reifer Entschlossenheit begegnet. Dass sie daneben auch die kapriziöse Laune ihrer auf Virtuosität angelegten, später eingefügten Bravourarie „Je veux vivre“ mit all den stimmlichen Finessen mitreißend absolviert, erhöht das Hörvergnügen an ihrer famosen Leistung, auch wenn das zügige Tempo, das der Dirigent hier anschlägt, ein wenig zu Lasten der vokalen Raffinesse geht. Ihr zur Seite legt Eleazar Rodriguez den Roméo mit lyrischer Empfindsamkeit und exquisiter, eleganter Stimmführung an. Sein heller, auch in der Höhe kultiviert ansprechender Tenor, der neben vornehmer Zurückhaltung und jubelnden Aufschwüngen auch zu heldischen Tönen der todesmutigen Beherztheit fähig ist, bildet zu Juliettes Sopran eine ideale Ergänzung.
Der Chor, dem hier eher kommentierende und epische Funktionen zukommen, erfüllt seine Aufgaben ähnlich überzeugend wie die STAATSKAPELLE, die von dem zupackenden , angenehm sängerdienlichen Dirigenten Daniele Squeo zu einer vorzüglichen, nuancenreichen Umsetzung der komplexen Partitur animiert wird. Als Gesamtleistung ist dieser Abend durchaus beeindruckend.

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