Zur mobilen Version Suche Suche

Navigation einblenden

EUROPA FLIEHT NACH EUROPA

BNN, Andreas Jüttner, 09.10.2018

Die knapp 80-minütige Aufführung ist ein Fest des Sprechens und des spontanen Spielens (auch Publikumsreaktionen werden schlüssig eingebunden), das über weite Strecken durchaus richtig Spaß macht. (…) Die Texte werden in Alia Luques Inszenierung zu einer sprachmusikalischen Partitur für ein virtuoses Ensemble. Claudia Hübschmann, Antonia Mohr, Sonja Viegener, Heisam Abbas und Thomas Prenn spielen durch, wie sich Gruppen bilden und zerfallen, etwa wenn schon allein durch die Betonung des Wortes „Ich“ Macht ergriffen wird. Das Quintett agiert in Torerokostümen (Ellen Hofmann) und zeigt fünf stolze Streiter, die ihren inneren Stier des Egoismus nicht gebändigt bekommen.

Süddeutsche Zeitung, Adrienne Braun, 10.10.2018

Großer Applaus nach "Europa flieht nach Europa". Die spanische Gastregisseurin Alia Luque hat dem Staatstheater Karlsruhe mit "Europa flieht nach Europa" nun einen fulminanten Auftakt beschert. Der Text von Miroslava Svolikova nimmt in der Karlsruher Fassung ungeheure Fahrt auf. Alia Luque, die als freie Regisseurin am Schauspiel Stuttgart und am Düsseldorfer Schauspielhaus gearbeitet hat, ist mit Tempo und Ironie an dieses "dramatische Gedicht" herangegangen, das sehr frei die Nöte Europas verhandelt. Bei Svolikova ersticht die mythologische Europa mit einer Haarnadel den Stier, der sie entführt hat, und beschließt: Sie will ein Land gründen, in dem nicht das Recht des Stärkeren regiert.

"Hier beginnt das Kapitel Hoffnung", posaunen die fünf Toreros heraus, die in bunt geschmückten Anzügen einen tollen Karneval vollführen, schauspielerisch stark und für jede Absurdität zu haben. Sie reichen sich die lose gereihten Assoziationen dieser Farce weiter, tanzen Paso Doble, jagen dem Scheinwerferlicht hinterher, das die Schauspieler immer wieder austrickst und im Dunkeln stehen lässt. Alia Luque hat griffige Bildideen zu Svolikovas lapidaren Assoziationen zu Ich und Wir, Individualität und schnöder Biologie, Moral und Selbsterhaltungstrieb.

Lesen Sie die komplette Kritik hier.

Navigation einblenden