Zur mobilen Version Suche Suche

Navigation einblenden

DIE KONFERENZ DER TIERE

Die Rheinpfalz, Rüdiger Krohn, 01.02.2019

Engagement für den Weltfrieden ist auch heute noch ein ehrenwertes, keineswegs veraltetes Motiv, und das Junge Staatstheater in Karlsruhe hat gute Gründe, Kästners Buch in dramatisierter Form ins Programm zu nehmen . . .

Wie die wenigen Enthusiasten gegen die All- und Übermacht der gleichzeitig tagenden Konferenz von Konzernen und Interessenvertretern agieren, wie da die in Marsch gesetzten Mäuse die Akten der Mächtigen zernagen und die eingesetzten Motten die Uniformen der Militärs zerfressen, macht den gewitzten, aber zunächst erfolglosen Protest gegen die kalte Bürokratie und den Militarismus der Herrschenden auf unterhaltsame Weise verständlich . . . 

Dario Neumann ist als drollig brüllender Löwenkönig Alois von vergnüglicher Würde, Marie Nasemann (2009 Dritte bei „Germanys next Topmodel“ ) als Elefant Oskar mit mächtig großen Schritten der eleganteste Dickhäuter der Welt, Constantin Petry gibt der linkischen Giraffe Leopold liebenswürdiges Profil, und als tapsiger Eisbär bringt Viola Müller arktische Drolligkeit ins Spiel.

BNN, Isabel Steppeler, 01.02.2019

Die Tiere haben einen Traum: „Es gibt keine Trägheit des Herzens mehr!“ Und den leben sie den Besucherinnen und Besuchern mit viel Elan und Esprit vor. Hashtag und Klammeräffchen auf der Videoleinwand spielen ebenso eine Rolle wie Viola Müller, Marie Nasemann, Dario Neumann und Constantin Petry, die allesamt ganz wunderbar in ihren Charakteren aufgehen. Es (…) genügen wenige Requisiten und Musik von „Wir sind Helden“, um Tempo, Spaß und Mitgefühl aufkommen zu lassen . . . 

Die Jugendlichen sind blitzwach für die Konferenz, brauchen keine Aufforderung, summen als Bienen, grunzen wie Schweinchen. Am Ende schlendern sie hinaus und kicken sich nachdenklich eine der Plastikflaschen von der Requisite zu und schnallen sich ihre Schulränzen um – Plastikflasche in der Seitentasche. Die wertvolle Stunde im Insel-Theater ist nur ein Tropfen auf heißen Stein des Wohlstands. Vielleicht hätte man der Generation Smartphone noch mit auf den Weg geben können, dass Hashtag-Botschaften auch nur getippte Lippenbekenntnisse sind . . .

So lautet das Fazit auch für diese rührende Bühnenversion von Kästners Roman: Für Kinder gemacht, aber das Faltblatt mit den Botschaften „Müll vermeiden!“, „Strom sparen!“, „Wasser sparen“ und „Vorurteile abbauen!“ sollten sie Eltern und Lehrern mitbringen.

Navigation einblenden