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Ludwigsburger Kreiszeitung, 01.03.2010
"(…) Zu Beginn, und vor allem in den 'weißen' Akten des Tschaikowsky-Balletts orientiert sich Wheeldon ziemlich genau an der Choreographie des Originals. Auch hier begegnet man der Paradenummer der vier kleinen Schwäne, erlebt die brillanten Divertissements und romantischen Arrangements des Corps de ballet und der 18 anmutigen Schwäninnen. Birgit Keils Compagnie tanzt die technisch höchst anspruchsvoll choreographierten Szenen hervorragend. (…) Am meisten eigene Ideen bringt Wheeldon hier mit der Verwandlung der Nationaltänze beim Festball im Schloss zu einer Rotbart-Show im Cabaret auf die Bühne. Die Solistin im Russischen Tanz (Blythe Newman) strippt vor einer lüsternen Männerriege, die Beine der Tänzerin im Cancan fliegen wie in einem Gemälde von Toulouse-Lautrec, doch am Ende war alles nur ein Traum. Die Musik von Tschaikowsky, in ihrer lyrischen und dramatischen Qualität farbig dargeboten vom jungen Dirigenten Markus Bieringer und der Badischen Staatskapelle, bringt die elegant fließende Choreographie Wheeldons eindrucksvoll zur Entfaltung."

orpheus, März / April 2010, 01.03.2010
"Mit der Premiere von Tschaikowskys opus magnum ‚Schwanensee’ hat das Ballettwunder am Badischen Staatstheater eine neue Stufe erreicht. (…) Das Debüt der jungen, neunzehnjährigen Rafaelle Queiroz in der Doppelrolle Odette / Odile kann nur als sensationell bezeichnet werden. In der letzten Saison noch im Ballettstudio, nun mit einer der anspruchvollsten Partien der Ballettliteratur Furore machend – dies zeugt wirklich für das untrügliche Auge Birgit Keils für Talente. Aber diese Tänzerin ist bereits eine Primaballerina, denn nicht nur die technisch saubere Ausführung selbst der schwierigsten Schritte verblüffte. Mehr noch war es die für eine neunzehnjährige fast unglaubliche Souveränität, mit der sie beiden Erscheinungen differenzierte Gestalt verlieh. Als Odette ganz ätherisch, tragikumflort und überaus zerbrechlich, als Odile dagegen verführerisch, auftrumpfend und überlegen. Da musste Flavio Salamanka, der besondere Liebling der Karlsruher Ballettfans, schon anstrengen um Paroli bieten zu können. Doch dank seines eleganten Tanzstils und seiner oft bewiesenen souveränen Technik wusste er sich wohl zu behaupten. Andrey Shatalin ergänzte als eher ausdrucksmäßig geforderter Rotbart das Trio der Protagonisten. Aber auch unter den nur den aktweise geforderten Solisten gab es großartige Leistungen, so Patricia Namba, Sabrina Velloso und Diego de Paula im Pas de trois des ersten Aktes. Im zweiten gefielen Bruna Andrade und Barbara Blanche als große sowie Jussara Fonseca, Natalya Hovhannisyan, Maughan Jemesen und Moeka Katsuki als kleine Schwäne und den dritten Akt zierten Blythe Newman mit einem hinreißenden russischen Tanz sowie Blanche und Admill Kuyler mit dem Csárdás. Doch das Hauptlob geht – neben den beiden Protagonisten – an das gesamte Corps de ballet, das in seiner Präzision an russische Ensembles heranreichte. Und um das Lob vollzumachen, seien auch Markus Bieringer und die Badische Staatskapelle erwähnt, die den Tänzern einen wunderbaren Klangteppich ausbreiteten."

Eßlinger Zeitung, 30.11.2009
"(...) Der junge Brite (Christopher Wheeldon, Anmerkung der Redaktion)ist ein Meister des Corps de ballet, was kaum ein moderner Choreograf noch kann, immer wieder an diesem Abend berührt das natürliche, musikalische Fließen seiner Bewegungen - er spricht nicht im akademischen Vokabular des klassischen Balletts, er singt darin."

Die Welt, 27.11.2009
"Geschickt hingegen werden die Nationaltänze des dritten Aktes als bewusst billige Cabaret-Einlage inszeniert, die Protagonistin des russischen Tanzes strippt gar vor einer lüsternen Männerriege.(…) Hier begeistert der stets elegante Wheeldon mit weichen Übergängen, schmiegsamen Konstellationen im Raum, die von den nur 18 Schwänen wie von Elena Gorbatsch (Odette/Odile) und Diego de Paula (Siegfried) weit über Durchschnitt getanzt und erlebt werden. (…)“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
“(…) Einen ganz anderen – und vor allem seit langem überzeugendsten – Versuch einer Neuinszenierung präsentierte jetzt in deutscher Erstaufführung das Ballett am Badischen Staatstheater. Der Brite Christopher Wheeldon, lange Zeit Tänzer am New York City Ballet und dort seit 2000 gefeierter Nachwuchschoreograph, der vorletztes Jahr mit “Morphoses“ seine eigene Company aus internationalen Stars gründete, erarbeitet mit “Schwanensee“ sein erstes Handlungsballett. Der Testlauf beim Pennsylvania Ballet verlief überragend gut, aber nur eine Ballettdirektorin Europas, nämlich Birgit Keil in Karlsruhe, erkannte, dass diese ins Pariser Herz des späten neunzehnten Jahrhunderts zielende Produktion diesseits des Atlantiks noch größeres Aufsehen erregen würde. Und so ist dieser faszinierend intelligente “Schwanensee“ nicht etwa an der Pariser Oper zu sehen, in London oder München, sonder an dem viel kleineren, aber tänzerisch locker mithaltenden badischen Haus, wo es Sponsoren wie die Sparda gibt, die die finanzielle Lücke zu den größeren Opernhäusern schließen helfen. Gute Bedingungen für Wheeldon, aber was macht er aus ihnen? Etwas sehr Interessantes. Er verschärft den Konflikt zwischen Realität und Traum, indem er den Prinzen Siegfried als Tänzer im Ballettsaal zeigt, der sich in diese Rolle hineinphantasiert. Erste Auftritte der Tänzerinnen wirken wie lebendig gewordene Gemälde Edgar Degas’. Und auch die amateurs treten ein ins Foyer de la danse und nehmen die Auswahl an petits rats in Augenschein. Das bringt den Tänzer auf; insbesondere ein großer, arroganter und kalt wirkender Mäzen erregt seinen Anstoß: Das ist der spätere böse Zauberer Rotbart, der die in Schwäne verzauberten Mädchen an seinem See gefangen hält. Dieses Changieren zwischen dem Soziotop der Ballettcompagnie und ihrer Gönner und dem halb abstrakten, halb phantastischen Milieu der sogenannten weißen Akte zwei und vier der Schwanenwelt zielt auf eine äußerst schlüssige, vollkommen neue Lesart des Stücks. Wheeldon inszeniert den Konflikt zwischen Gut und Böse, Weißem und Schwarzem Schwan als tanzimmanentes Problem. Der Tänzer des Prinzen Siegfried leidet an einer Seite des Tanzes, die ihn bis heute als Kunst zweifelhaft wirken lässt – nämlich die zwielichtige, dem Cancan und dem Striptease verwandte, die für Shows und Nachtklubs geschaffene „Sex sells“- Ansicht. Besonders fabelhaft wirkt sich das im dritten Akt aus. Hier ergänzt Wheeldon die sehr eigenen, mitreißenden russischen, spanischen und ungarischen Tänze durch eine gespenstische Szene wie aus einem Bild von Toulouse-Lautrec. Grell geschminkte Weiber mit falschem Wangenrot lüften kreischend ihre Unterröcke. Am Schluss, wenn Odette ins Schwanenreich zurückkehren muss, obwohl Rotbart vernichtet scheint, schließen sich vor den grauen aufgewühlten Wellen des Schwanensees wieder die Türen des Ballettsaals im Halbdunkel. Siegfried steht da wie angewurzelt, kein Muskel an seinem Körper zuckt, so, als könnte er sich unter diesen starken, auch widerwärtigen Einblicken in die Welt, deren Teil er ist, gar nicht mehr rühren. Da treten, dunkle wollene Schals um ihre Trikots gewickelt, einige Tänzerinnen in Tutus herein, die im Gehen ihr Haar lösen, als könnten sie mit dieser Geste auch die Spannung der hinter ihnen liegenden Vorstellung abschütteln. Das ist ein sehr überzeugender Vorschlag für das Ende. Natürlich kann man – auch wenn er die wichtigsten Originalpartien Petipas und Iwanows sinnvoll integriert – über andere Aspekte von Wheeldons Konzept diskutieren. Etwa sieht der Zuschauer nie die Szenerie, die sich den Augen Siegfrieds bietet, wenn er auf der Jagd der Schwanengruppe begegnet, denn auf der Bühne stehen ja die Ballettsaalwände. Die zauberische Macht der Natur, alles andere als harmlos, sieht man hier ebenfalls nie wirken. Deswegen atmen manche Bilder nicht, sondern scheinen wie eingekastelt in die Wände des Theaters auf dem Theater. Zugunsten von Wheeldons vorsichtigem Realismus müssen die Magie und Märchenhaftigkeit des Originals weichen. Wohl deshalb wirkt Elena Gorbatsch als Odette/Odile weder in Weiß noch in Schwarz sehr animalisch verwandelt. Sie ist immer nobel, einmal sanft-nobel, einmal dämonisch-nobel. Immer sensationell sicher und darstellerisch spontan und aufrichtig – ein Lob, das genauso für alle Tänzer der Aufführung gilt. So wie Birgit Keil und Vladimir Klos diese Compagnie trainieren, haben sie sie mühelos auf internationales Niveau gebracht und perfekt vorbereitet für das schwerste aller Ballette, das unbekannte mit dem großen Namen. Wer es in Karlsruhe sieht, dem wird es nie mehr fremd vorkommen.“

www.tanznetz.de, 25.11.2009
"Karlsruhes neuer "Schwanensee" ist nichts für Petipa- und Iwanow-Fundamentalisten. Und auch nichts für Mats-Ek- und Matthew-Bourne-Provokateure. Und schon gar nichts für Tanztheaterkumpel à la Kresnik und Thoss (nicht zu reden von so antimusikalischen Routiniers wie Wherlock und Godani). Dafür aber für Leute, die wie oe eigentlich gründlich "Schwanensee"-überdrüssig sind, mit der Story nicht viel anfangen können und auch sonst für Schwäne nicht viel übrig haben. Die allerdings können sich die Augen reiben angesichts des neuen Karlsruher "Schwanensees" von Christopher Wheeldon, den Birgit Keil vom Pennsylvania Ballet eingekauft hat und mit Hilfe von Tamara Hadley auf ihre Kompanie am Badischen Staatstheater übertragen hat, die dem hohen tänzerischen Anspruch alle Ehre macht. Picobello sieht sie aus in der von Adrianne Lobel und Jean-Marc Puissant ausgestatteten Produktion, von der Badischen Staatskapelle unter der Leitung von Markus Bieringer mit tänzerischem Fußspitzengefühl feinnervig begleitet, inklusive des silberstimmigen Trompetensolisten und des sich in stratosphärische Höhen aufschwingenden Soloviolinisten Janos Ecseghy. (...) Wenn denn, wie es heißt, Iwanow den zweiten und vierten Akt choreografiert hat (und Petipa den ersten und dritten), so hat sich Wheeldon eindeutig an Iwanow gehalten, den ersten Akt mit den zahlreichen Degas-Zitaten, inklusive dem auf Hochglanz polierten Pas de trois und vor allem den Walzer und die Polonaise, mit so abwechslungsreichen Gruppierungen und Mustern, dass die Augen es kaum fassen können. Dazu mit einer wunderbaren Musikalität. Und so im zweiten und vierten Akt, die mit immer neuen Arrangements aufwarten, wie wenn Wheeldon einen Meisterkurs bei Iwanow absolviert hätte - um den verehrten Meister dann doch noch zu übertreffen. (...) Und getanzt wird er so sauber und akkurat, und dabei so hinschmelzend eingebettet in den Kantilenenfluss der Musik, dass man sich die Augen reibt. Von einer Kompanie, die mit ihren Karlsruher Profis und Mannheimer Exzellenzen aus einem Guss zusammengeschweißt erscheint, dass sich auch die hochmögende Konkurrenz eine Scheibe davon abschneiden kann. Dies war die zweite Vorstellung - schon mit einer anderen Besetzung als die von Raffelle Queiroz und Flavio Salamanka getanzte Premiere. Hier nun also Elena Gorbatsch die aus Kiew stammende Odette-Odile mit Diego de Paula als Siegfried, sie eine souveräne Ballerina mit feiner Linie und einer Präzisionstechnik wie ein Schweizer Uhrwerk - er ein eleganter Kavalier und die Lüfte durchsegelnder Sputnik. Doch, wie gesagt, dies ist eine Produktion, mit der sich das Karlsruher Ballett die Qualifikation für die A-Liga der deutschen Opernballette ertanzt hat." Horst Koegler

tanznetz.de, 23.11.2009
"(…) In den großen Szenen des Corps de ballet entfaltet sich dann Wheeldons Meisterschaft, wenn er die nicht eben handliche Zahl von 18 Schwänen in immer neuer Architektur arrangiert und die Magie der weißen Akte aus der Schönheit der abstrakten Form heraufbeschwört, wenn sich Kreise in Diagonalen auflösen und Dreiecke in Geraden, ohne das übliche Gerenne, sondern organisch und wundersam leicht. Der Brite ist ein Meister des Corps de ballet, was kaum ein moderner Choreograf noch kann; (...). Er ist in seiner Architektur auch nie so kristallklar, so konsequent wie Balanchine, weil die Bewegungen stets eine Spur leichter und romantischer fließen. Mit einer ganz besonderen Musikalität stellt er letztlich doch die Schönheit über die Liebe zur Geometrie."

Stuttgarter Nachrichten, 23.11.2009
"(…) Vor allem, wenn ihre Königin Rafaelle Queiroz auftritt, kann man die Essenz dieses Balletts spüren. Die junge Tänzerin lässt die Arme schwingen, ist weich und biegsam, aber stark im Gleichgewicht, so dass sie sofort wie ein Wesen aus einer anderen Welt wirkt. (…) Dazu hat die Brasilianerin das Temperament, um als schwarzer Schwan nicht nur Siegfried um den Finger zu wickeln (…). Der Prinz freilich hat wie im Original auch in Wheeldons Version nicht viel zu tun – Flavio Salamanka macht aus dem wenigen genau das Richtige. So gilt ihm ein großer Teil des Jubels am Ende, genauso wie Andrey Shatalin als Rotbart und der unter Markus Bieringer reich an Stimmungen aufspielenden Badischen Staatskapelle."

Badisches Tagblatt, 23.11.2009
"Christopher Wheeldon geht bei seiner Interpretation von einer fabelhaften Idee aus: “Schwanensee“ wird bei ihm als Stück im Stück in einem Ballettsaal geprobt, der sich dann für die “weißen“ Akte ins Unendliche öffnet. Der Clou ist dabei, dass die ersten Szenen im hohen Saal bekannte Tanzgemälde von Edgar Degas nachstellen. Die Tänzerinnen in “altmodischen“ längeren Tutus erstarren mehrfach zu Bildern, wie man sie von dem Impressionisten kennt. (…) Das (Galadinner im 3. Akt, Anm. der Redaktion) wird dann ein Fest für die Augen mit Kostümen (von Jean-Marc Puissant), wie man sie auch von den Plakaten eines Toulouse-Lautrec kennt, und gleichzeitig ein bunter Reigen an originellen Divertissements, die das Publikum zu Applaus herausfordern. Mit der erst 19-jährigen Brasilianerin Rafaelle Queiroz hat Karlsruhe ein Ausnahmetalent in seinem Ensemble, das für die Doppelrolle der Odette/Odile beste Voraussetzungen mitbringt. Queiroz hat die lyrische Eleganz für den weißen Schwan und die brillante Technik für das böse schwarze Ebenbild. (…)Ihr steht der bereits seit einigen Haren als Solist überzeigende Flavio Salamanka zur Seite, ein idealer Prinz mit Noblesse (…). (…) Das Ensemble, unterstützt von Eleven der Mannheimer Akademie des Tanzes, besteht die Feuertaufe dieses außerordentlich schwierigen Ballettklassikers insgesamt hervorragend. Die Akkuratesse der großen Schwanenszenen mit ihren immer neuen Formationen, bei denen sich alle Tänzerinnen in den Dienst der Gruppe stellen, gefällt ebenso wie viele der individuell geprägten Soli, die den hohen Standard dieses Ensembles deutlich machen. (…) Die Badische Staatskapelle unter der Leitung von Markus Bieringer macht den Abend zu einem runden, bisweilen auch deftigen Genuss. Konzertmeister Janos Ecseghy bekommt mit Recht am Ende Sonderapplaus für das große Violinsolo. Frenetischer Jubel für alle Beteiligten, auch für Tamara Hadley, die Christopher Wheeldons Choreografie einstudiert hat.“

Pforzheimer Zeitung, 23.11.2009
"Wheeldon, Bühnenbildnerin Adrianne Lobel und Kostümbildner Jean-Marc Puissant unternehmen eine Reise in die Vergangenheit – in das Paris der 1870er-Jahre, in denen Edgar Degas die Tänzerinnen der Opéra malte. In seinen Gemälden fand Lobel ihr Bühnenbild und Wheeldon seine Rahmenhandlung. Das Opernhaus des Staatstheaters verwandelt sich in einen Ballettsaal, geprobt wird “Schwanensee“. Der Solist, der Prinz tanzt, träumt sich in die Welt der Schwäne hinein. Dank der großen Terrassentüren, geschickter Beleuchtung und eines riesigen, sich öffnenden Spiegels gelingt der gleitende Wechsel in diese Traumwelt. Flavio Salamanka ist hier weniger als Tänzer denn als Darsteller gefordert. Sein großes Solo tanzt er tadellos, geschmeidig und präzise absolviert er Drehungen und Sprünge. Wirklich eindrucksvoll ist die Art, wie er durch Mimik und Gestik die tiefe Sehnsucht nach einer anderen Welt, einer wahren Liebe zum Ausdruck bringt. Dadurch wird der sonst eher blasse Siegfried zu einem echten romantischen Helden. Die junge Rafaelle Queiroz meistert die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan souverän und brillant: Der weißen Schwanenprinzessin verleiht sie eine zerbrechliche Aura; kokett und leicht dämonisch gibt sie die schwarze Doppelgängerin. (…) Neben der hervorragenden Solisten und dem wunderbaren synchron tanzenden Schwanen-Ensemble ist die live von der Badischen Staatskapelle gespielte Musik ein Plus des Karlsruher “Schwanensees“. Unter Leitung von Markus Bieringer kommen die Klangfarben von Tschaikowskys Ballettkomposition glänzend zur Geltung.“

Badische Neueste Nachrichten, 23.11.2009
"Die stattliche Masse der Schwanenschar drängt ins Degas’sche Ambiente und im bläulichen Dunkel ist die tänzerische Leistung, die der junge Choreograf jeder einzelnen Interpretin abverlangt, nicht immer deutlich erkennbar. Die Schwäne sind keineswegs nur weiß gefiederte Staffage, die die Posen wechseln, sondern tragen durch anspruchsvolle wechselnde Formationen und reizvolle Auftritte zur Dynamik der tatsächlich wohltuend entstaubten Choreografie maßgeblich bei. Hier zeigt sich die Stärke der Produktion (Einstudierung: Tamara Hadley), die auf technisch hohem Niveau die junge Compagnie angemessen fordert und die ihrerseits dem Tempo amerikanisch geprägter Tanzkunst mühelos nachkommt. (…) Die blutjunge Rafaelle Queiroz lotet nicht nur technisch nahezu makellos die Nuancen der Doppelrolle der verführerischen Odile und der elegischen Odette aus, sie beweist auch im Ausdruck kaum fassbare Reife. Ihre Arm- und Körperbewegungen erzeugen ein Vexierbild zwischen Körperlichkeit und Darstellungskraft, das die aufgewühlte Gefühlswelt des Tänzer-Prinzen fassbar macht. Flavio Salamanka mit seiner sensiblen Interpretation gab einen trefflichen Siegfried (…). – Viel Applaus gab es bei der Premiere für die Solisten, aber auch für den Choreografen Christopher Wheeldon.“

dpa, 23.11.2009
"Die Karlsruher Tänzer spielen Tänzer, die in Paris Tschaikowskys Ballett aufführen. Dieser Kunstgriff sorgt für eine neue Sicht auf ein scheinbar abgenudeltes Werk. Das Publikum der deutschen Erstaufführung am Samstagabend im Badischen Staatstheater reagierte mit einhelligem Jubel. (...) Birgit Keils Karlsruher Ballettkompanie gilt als eine der am besten trainierten, technisch versiertesten in Deutschland. Und so meisterten die Karlsruher Tänzerinnen und Tänzer die Klippen der höchst anspruchsvollen Choreographie mit Bravour. Rafaelle Queiroz und Flavio Salamanka waren ein virtuos-elegantes Liebespaar. Andrey Shatalin zeichnete den Lebemann und Zauberer Rotbart mit dämonischer Ausstrahlung. Das großbesetzte Ensemble ließ keine Wünsche offen. Und die vier kleinen Schwäne (Jussara Fonseca, Natalya Hovhannisyan, Maughan Jemesen, Moeka Katsuki) lieferten ein geradezu artistisches tänzerisches Kabinettstück."

Stuttgarter Zeitung, 23.11.2009
"Adrianne Lobel hat eine raffinierte, elegante Guckkastenbühne aus grauen Wänden mit hohen Fenstern entworfen, die einen Ballettsaal markiert, aber fast unmerklich in die märchenhafte Welt der vom bösen Rotbart in einen Schwan verzauberten Odette übergehen kann. (…) Getanzt wird in Karlsruhe ausgezeichnet. In der Doppelrolle der Odette/Odile debütiert stupend die Gruppentänzerin Rafaelle Queiroz. Als Siegfried darf Flavio Salamanka zwar kaum mehr als verträumt in die Gegend schauen und die Ballerina begleiten, kann aber immerhin seine tänzerische Virtuosität demonstrieren. Die bezaubernden, perfekt synchron getanzten Defilees der Schwanenmädchen in weißen Tutus, ein dämonischer Rotbart (Andrey Shatalin), anrührende Pas de deux’ von Prinz und Schwanenkönigin und selbstverständlich Tschaikowskis wunderbare Musik: es ist alles da, was die perfekte Schwanensee-Romantik ausmacht. (…)"

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