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VOLKSTHEATER

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VOLKSTHEATER nennt sich die jüngste Sparte des STAATSTHEATERS – aber wer ist „das Volk“?

Von der sprachhistorischen Wurzel des Begriffs „Volk“ können die Wörter „voll“ und „viele“ abgeleitet werden. Das finden wir passend – denn unsere Stadtgesellschaft ist bunt und vielfältig, ihre gelebte Realität hat alte Konzepte eines einheitlichen „Volks“-Begriffs längst überholt. Und diese vielfältige Realität möchten wir im VOLKSTHEATER abbilden, indem wir alle Menschen, die in Karlsruhe leben – also Sie, Ihre Verwandten, Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen und Menschen, von denen Sie noch gar nicht wussten, dass es sie gibt – einladen, ihre Geschichten, Erfahrungen, Perspektiven und Expertisen auf die Bühne zu bringen.

Wir finden allerdings, dass die Einheit, die der Begriff „Volk“ suggeriert, zu hinterfragen ist: Gehören zum „Volk“ alle, die die gleiche Sprache sprechen, alle, die über eine gemeinsame Abstammung verfügen, alle, die wahlberechtigt sind?

Blickt man in der Geschichte zurück, so gehörten im antiken Griechenland keine Frauen, keine Sklaven, keine Fremden zum Volk, zum „demos“. Und auch das „We the people“ der amerikanischen Verfassung von 1787 meinte nur freie weiße Männer. Das nationalsozialistische Konzept von „Volk“ schloss alles aus, was nicht „arisch“ war. Heute bedient sich ein erstarkender Populismus des „Volks“-Begriffs für seine politische Propaganda. So wird beispielsweise, diesseits und jenseits des Atlantiks, diskutiert, ob Muslime zum Volk gehören sollen oder nicht.

Dass Frauen bei uns heute zum wahlberechtigten Volk gehö- ren, hat bis ins 20. Jahrhundert hinein gedauert – einige Wegbereiterinnen der Frauenemanzipation während der letzten Jahrhunderte waren Karlsruherinnen. Ihnen wollen wir gemeinsam mit heute in Karlsruhe lebenden Frauen in der Produktion Radikale Akte, die im April 2018 die EUROPÄISCHEN KULTURTAGE eröffnen wird, auf die Spur kommen. Zahlreiche Menschen, die in Karlsruhe leben und Steuern zahlen, haben allerdings auch heute kein Wahlrecht, ebenso wie Kinder und Jugendliche – gehören sie deswegen nicht zum „Volk“?

Die „andere“ Öffentlichkeit wird sichtbar in Das Publikum. Das Künstlerduo Herbordt/Mohren lädt hier Karlsruher Initiativen und Vereine, die eine Alternative zu staatlichen und kommunalen Strukturen bilden, auf die Bühne des STAATSTHEATERS ein.

Wir können entscheiden, ob wir uns aus Furcht vor dem Anderen lieber einem Volks-Begriff unterordnen, der von Einheit und Gleichförmigkeit ausgeht, oder ob wir uns die Freiheit nehmen, die Wandelbarkeit des Begriffes „Volk“ auszuloten.

Liebe Karlsruherinnen und Karlsruher, Sie alle, ob blutjung oder in den besten Jahren, alteingesessen oder neu in der Stadt, sind herzlich eingeladen, sich auf neue Erfahrungen einzulassen und das VOLKSTHEATER mit Ihren Persönlichkeiten zu bereichern. Stehen Sie in einer der Inszenierungen auf der Bühne, nehmen Sie an einem Theaterlabor teil, wo Sie sich künstlerisch mit den Begriffen „Furcht“ und „Freiheit“ auseinandersetzen, oder gehen Sie in unserer neuen monatlichen Reihe Spazieren mit Tieren unserer Beziehung zum „Tiervolk“ nach!

Erkunden Sie unsere Angebote auf den nächsten Seiten und machen Sie mit im VOLKSTHEATER – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihre
Stefanie Bub & Beata Anna Schmutz
Leitung VOLKSTHEATER

 

You like theatre? You are interested in telling your story or parts of it? Then come and join us at the VOLKSTHEATER! For more information please contact us at the office 
by phone  0721 201 8007 13
by e-mail  volkstheater@staatstheater.karlsruhe.de

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