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Kulturpreis für Völkerverständigung: Generalintendant Peter Spuhler & Jan Linders mit der Fächer-Pyramide ausgezeichnet

Ehrung in der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe: Dr. Albert Käuflein (rechts) und Dr. Frank Mentrup (links) überreichen zusammen mit Dr. Lilia Jeridi-Rammacher, Jurorin und Vorsitzende des Fördervereins „Fest der Völkerverständigung“, den Kulturpreis für Völkerverständigung an Peter Spuhler (2. vl) und Jan Linders (Mitte). - Foto: Chris Frühe

Für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement im Dialog der Kulturen und der Völkerverständigung, kam es am Samstagabend durch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein zu einer besonderen Ehrung: Peter Spuhler, Generalintendant des STAATSTHEATERS, und Jan Linders, ehemaliger Chefdramaturg und heutiger Leiter des Bereichs Programm / Veranstaltungen der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, wurden mit der Fächer-Pyramide durch den Förderverein „Fest der Völkerverständigung“ ausgezeichnet.

Beim Festakt in der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe beschworen beide Bürgermeister das vorbildliche Wirken der beiden Kulturpersönlichkeiten. Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe: „Wir verstehen uns als weltoffene und tolerante Stadt. Die jüdische Kultusgemeinde ist ein selbstverständlicher Ort in Karlsruhe, in dem positive Veranstaltungen stattfinden, die etwas mit dem guten Miteinander der Menschen zu tun haben. Heute werden zwei Persönlichkeiten geehrt, die dem Staatstheater mit ihrer Intention neben dem künstlerischen Profil auch ein gesellschaftliches Profil gegeben haben. Bei Peter Spuhler und Jan Linders wird eine Handschrift deutlich, die sich ganz entschieden gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung wendet und nachdrücklich für Weltoffenheit, Toleranz und Völkerverständigung wirbt.“

Dr. Albert Käuflein, Kulturbürgermeister von Karlsruhe schilderte, warum sie diese Ehrung mehr als verdient hätten: „Unter der Leitung von Peter Spuhler und Jan Linders steht das Theater ganz unmissverständlich für eine Gesellschaft, die frei, offen und vielfältig ist. Das Badische Staatstheater bringt die Welt nach Karlsruhe und genauso Karlsruhe in die Welt. Internationale Kooperationen und Gastspiele belegen dies eindrücklich. Ich freue mich, dass wir den Preis an Sie beide verleihen dürfen. Mit der von Ihnen organisierten, bewegenden Veranstaltung 2015 anlässlich des 100-jährigen Gedenktages des Völkermords an den Armeniern haben Sie ein Zeichen gesetzt, das den Anstoß für diese Auszeichnung gab." Die Umbenennung der Theateradresse in Hermann-Levi-Platz nach dem ehemaligen jüdischen Hofkapellmeister oder die kürzlich weithin sichtbar hinzugefügte Botschaft am Theaterbalkon „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zum Jahrestag des Grundgesetzes bezeugen jeden Tag aufs Neue, welche Haltung ihr Wirken bestimme. Das Dokumentartheater Stolpersteine Staatstheater über die Vertreibung der jüdischen Mitarbeiter aus dem STAATSTHEATER 1933 tourte nach seiner Einladung an das Berliner Theatertreffen 2016 in viele Länder der ehemaligen Sowjetunion, nach Israel und China.  Dass zu einem Engagement für Völkerverständigung auch die konsequente Arbeit an kulturpolitischen Strukturen gehöre, hätten Peter Spuhler und Jan Linders früh erkannt. Als stetige Mitglieder diverser politischer Gremien und Arbeitskreise haben sie sich an der Etablierung einer langfristigen Basis für den Dialog der Kulturen beteiligt.

Der Kulturpreis für Völkerverständigung ist ein Preis, der seit 2011 jährlich vergeben wird an Persönlichkeiten, die sich in hohem Maße um die Völkerverständigung verdient gemacht und deren Engagement zum besseren Verständnis zwischen den Kulturen beigetragen haben. Die Initiative kommt ausschließlich von Migrantinnen und Migranten, die sich als Teil der Karlsruher Gesellschaft verstehen. Initiator ist der Förderverein „Fest der Völkerverständigung“, eine Bürgerinitiative, deren Mitglieder sich aus verschiedenen Kulturvereinen, deutsch-ausländischen Gesellschaften und einzelnen Bürgern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammensetzen. Der Preis wurde von der Künstlerin Sabine Classen geschaffen und symbolisiert den Grundriss der Stadt Karlsruhe mit ihrem 32-strahligen Fächer und der Pyramide in der Mitte. Er wird jedes Jahr neu aus Ton erschaffen.

Peter Spuhler in seiner Dankesrede: „Mein Interesse an anderen Kulturen wurde als Sohn einer Kunstlehrerin und eines Kunsthistorikers mit Fachgebiet Orient bereits früh geweckt. Es ist so vielfältig und schön, in fremde Welten entführt zu werden, es gibt so viel zu sehen und für sich zu entdecken. Wichtig ist mir dabei der Respekt vor anderen Kulturen. Momentan scheint es essentieller denn je, den Menschen zu zeigen, wie vielfältig die Welt ist. Es ist mir ein Herzensanliegen das Interesse an anderen Menschen, Lebensweisen und Kulturen hoch zu halten und etwaiger Engstirnigkeit und Intoleranz entgegen zu treten. Das ist unsere Aufgabe am Theater. Dieser Preis ist für mich ein wichtiger Ansporn diesen Weg weiterzugehen und ein dauerhaft würdiger Preisträger zu sein."

Jan Linders in seinem Schlusswort: „Es ist uns eine besondere Ehre, dass beide Bürgermeister zur Veranstaltung gekommen sind. Ich bin dankbar dafür, in meiner Arbeit jeden Tag etwas ​Neues lernen zu können, ​und das gebe ich gern weiter. Heute wissen wir, Grenzen aufzubauen und sich national abzuschotten, wird uns alle nicht weiterbringen. Dies stellt auch eine Herausforderung für die Kulturschaffenden dar. Kultur muss international sein und so auch wir Menschen - jeder mit seinen je eigenen, wunderbaren,  vielfältigen Facetten."

Das STAATSTHEATER versteht sich als Botschafter von Karlsruhe und Baden-Württemberg in der Welt. Internationale Gastspiele führen es regelmäßig in europäische Metropolen, nach Asien und Amerika und zu internationalen Festivals. Zuletzt nach Karachi (Pakistan), Hamedan (Iran), Tiflis (Georgien), Tel Aviv (Israel), Bangkok (Thailand) und Daegu (Korea). Darüber hinaus entstehen regelmäßig internationale Koproduktionen mit Uppsala, Schweden, Porto Alegre, Brasilien, ebenfalls Bangkok, Thailand sowie mit Opernhäusern auf drei Kontinenten. Eine Zusammenarbeit mit einem Theater auf den Philippinen ist in Vorbereitung.  Eine feste europäische Brücke bauen der regelmäßige Austausch mit dem Théâtre de la Manufacture in Nancy und das Festival PREMIÈRES mit Straßburg. Zugleich arbeitet das STAATSTHEATER regelmäßig mit Migranten und ihren Organisationen künstlerisch zusammen, besonders in der Sparte VOLKSTHEATER.

 

 

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