Springe zum Inhalt Springe zur Hauptnavigation

NEUIGKEITEN

7. Sinfoniekonzert - Isang Enders und die BADISCHE STAATSKAPELLE spielen Unsuk Chin

7. Sinfoniekonzert - Isang Enders und die BADISCHE STAATSKAPELLE spielen Unsuk Chin - Foto:

Neben Musik von Jean Sibelius und Peter I. Tschaikowski steht im 7. Sinfoniekonzert das Cello Concerto der koreanischen Komponistin Unsuk Chin auf dem Programm, die in diesem Jahr mit dem Ernst von Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wird. Das Stück hat nach seiner Uraufführung 2009 einen Siegeszug durch die Konzertsäle der ganzen Welt angetreten. Auch der Cellist Isang Enders hat es seit 2015 schon mehrfach zur Aufführung gebracht. Mit ihm hat sich Konzertdramaturg Dr. Ulrich Wilker unterhalten.

Ulrich Wilker: Lieber Isang, warum ist es dir wichtig, zeitgenössische Musik im Sinfoniekonzert aufzuführen?
Isang Enders: Jede Aufführung einer Beethoven-Sinfonie ist im besten Sinne zeitgenössisch, da die anwesenden Ohren, Instrumente und Musiker*innen nur ihr Verständnis von heute haben und damit leben müssen. Mir ist wichtig, mit der gleichen Ernsthaftigkeit, Neugier und den gleichen Selbstzweifeln an eine neue Tonsprache heranzugehen wie eben an die „alte“ – wenn wir sie nicht hörbar machen, bleiben diese Stücke vielleicht alle „unentdeckte Picassos“. Die Zeit wird zeigen, was im Kanon bestehen bleibt, und wir sind Teil des Prozesses. Das finde ich wunderbar!

UW: Der erste Satz von Chins Cello Concerto trägt mit „Aniri“ einen Titel, der aus der koreanischen Pansori-Tradition stammt, einer Art Musiktheater für Stimme und Schlagzeug. Hast du dich im Vorfeld mit dieser Tradition auseinandergesetzt?
IE: Ich habe durch meine Mutter koreanische Wurzeln. Somit war mir die Klangästhetik sehr vertraut. Dieser Kehlkopfgesang und die Rhythmik in den Kommentaren des Schlagzeugs haben etwas sehr Ursprüngliches. Dadurch, dass sich Südkorea innerhalb kürzester Zeit in die Moderne katapultiert hat, sind kulturelle Traditionen allerdings nicht mehr so präsent, was sehr schade ist. Umso wichtiger ist es, sie als Inspiration zu nutzen.

UW: Unsuk Chin hat das Konzert für den Cellisten Alban Gerhardt komponiert. Warst auch du einmal in Kontakt mit ihr?
IE: Unsuk habe ich vor einigen Jahren kennengelernt und wir wurden gute Freunde. Sie hat mir dann häufig die Gelegenheit gegeben, das Cellokonzert aufzuführen. Wir waren deshalb zusammen in Tokyo, São Paulo, Stavanger und Paris. Sie ist eine sehr beeindruckende Künstlerin und immer getrieben, besser zu werden.

UW: Was zeichnet dieses Cellokonzert für dich besonders aus?
IE: Nach einigen Jahren bin ich weiterhin der Meinung, dass es schlicht unspielbar ist und somit die Grenzen des Machbaren aufzeigt. Das ist aber nur „Technik“, denn die Musik ist voller Spannung und Ausdruck. Das Cello kann mit all seinen Qualitäten glänzen, während das Orchester gefordert ist und eine Symbiose anstrebt. Für mich eine einmalige Klangsprache und eines der besten Cellokonzerte aller Zeiten!


7. SINFONIEKONZERT
Jean Sibelius Nocturne aus der Suite Kung Kristian II op. 27
Unsuk Chin Cello Concerto für Violoncello und Orchester
Peter Iljitsch Tschaikowski Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Isang Enders Violoncello Evan Rogister Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE

26. & 27.5.24 GROSSES HAUS