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Lebendige Antike – Videoprojekt von STAATSTHEATER KARLSRUHE und Badischem Landesmuseum

Detail aus dem Paris-Urteil, Hydria (Wassergefäß), griechisch, um 400 v. Chr. - Foto: Badisches Landesmuseum, Foto: Peter Gaul

Dramatik und Komödie, Liebe und Leidenschaft, Weisheit und Torheit – die antiken Mythen und Erzählungen um Odysseus, Europa oder Helena und Paris sind ein Spiegel des menschlichen Seins. Ihre Geschichten werden seit Jahrtausenden weitergetragen; sie sind zeitloses Weltwissen und werden in Kunst, Musik, Literatur und Film immer wieder neu adaptiert. Mit größter künstlerischer Feinheit und Liebe zum Detail finden sich die Geschichten auch auf den griechischen Vasen im Karlsruher Schloss wieder. Die Figuren und mythologischen Szenen der keramischen Kunstwerke werden nun in einem gemeinsamen Videoprojekt vom Staatstheater Karlsruhe und dem Badischen Landesmuseum zum Leben erweckt: In drei- bis vierminütigen Filmen wurde antike Kunst mit ihrer epochenübergreifenden Wirkungsgeschichte kombiniert. Jeden Montag veröffentlichen die beiden Häuser eine Folge auf ihren Homepages. Die fünfteilige Reihe startet am 22. Juni mit „GNTM – Griechenlands next Topmodel“ zum sogenannten Paris-Urteil.

Während der Corona-Pandemie stehen Kulturschaffende und -institutionen vor großen Herausforderungen. Das BADISCHE STAATSTHEATER und das Badischen Landesmuseum in Karlsruhe halten dennoch seit Monaten den Kontakt zu ihren Besucherinnen und Besuchern aufrecht. In enger Abstimmung ist in dieser Zeit ein virtueller Kulturgenuss für Zuhause entstanden, ein synästhetisches Gesamterlebnis aus gelesener Literatur und kostbaren Museumsobjekten: Moderne und antike literarische Texte wurden von Schauspielerinnen und Schauspielern des Badischen Staatstheaters eingesprochen. Sie verlebendigen die Vasenbilder, die für das gemeinsame Projekt vorab im Detail hoch aufgelöst im Museum fotografiert wurden. Mithilfe einer ungewöhnlichen Videoregie und unterhaltsamen Schnittfolgen werden die Heldinnen und Helden in Szene gesetzt. Mit den Videos schaffen die zwei Kulturinstitutionen ein audiovisuelles Zusammenspiel von antiker Kunst und aktuellem Schauspiel.


„Theater wie Museen leben in besonderer Weise durch den interaktiven Diskurs mit ihren Besucherinnen und Besuchern. Kultur ist ein Grundbedürfnis und Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Die Corona-Pandemie hat unseren Theater- und Museumsalltag jedoch neu definiert. Es ist deshalb wichtig, die Kultur mit individuellen und nachhaltigen Formaten neu zu beleben“, so Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums.

 

Generalintendant Peter Spuhler betont: „Bereits seit Beginn der Einschränkungen des öffentlichen Lebens im März haben das Badische Staatstheater sowie das Badische Landesmuseum mit einem vielfältigen digitalen Angebot reagiert. Ich freue mich sehr über dieses gemeinsame Projekt, das zeigt, wie viel zu gewinnen ist, wenn verschiedene Künste auf neuartige Art und Weise miteinander verbunden werden und dadurch ein Mehrwert für Zuschauerinnen und Zuschauer entsteht.“

Eingesprochen wurden die Tonsequenzen der Videos von den Ensemblemitgliedern Marie-Joelle Blazejewski, Sarah Sandeh, Sonja Viegener, Jannek Petri und Thomas Schumacher. Im Badischen Staatstheater wirkten darüber hinaus Jan Pallmer für den Schnitt sowie Dramaturg Eivind Haugland an der Realisierung mit. Das inhaltliche Konzept und die Umsetzung auf Seiten des Badischen Landemuseums lagen bei Kuratorin Susanne Erbelding und Marketingleiterin Katrin Lorbeer.

Beide Institutionen setzen sich künstlerisch mit den Themen der antiken Kultur auseinander. Sie verbinden bildliche Motive mit literarischen Texten und zeigen dadurch auf, dass die Antike durch die verschiedenen Epochen bis heute Aktualität hat. Damit eröffnen sich neue Dimensionen der antiken Kunstwerke. In der audiovisuellen Symbiose von Schauspiel und bildender Kunst werden Sinn und Spannungsmomente der Darstellungen individuell und emotional erfahrbar. Sie regen auch heute noch an, in einen neuen Dialog mit den Objekten zu treten, laden zum Reflektieren ein und geben Raum für ganz persönliche Assoziationen.


Die Sagen des klassischen Altertums auf griechischen Vasen
Die griechischen Vasen aus dem 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. sind Spitzenwerke antiker Malerei bzw. Zeichnung und von einzigartiger Ästhetik. Darüber hinaus gewährt ihr Dekor mit Szenen aus der Mythologie vielfältige Einblicke in die Lebens- und Vorstellungswelten der Menschen: Der Held Odysseus repräsentiert nicht nur Klugheit und Kampfgeist, sondern auch die Hoffnung, trotz unaufhörlicher Schicksalsschläge die Gefahren des Lebens zu überwinden und zum Glück zurückzufinden. Der antike Held Paris ist ein warnendes Beispiel, für seine individuellen Begierden sämtliche sozialen und moralischen Grenzen zu überschreiten. Denn seine Leidenschaft zu Helena, der schönsten Frau der Antike, entfacht schließlich einen apokalyptischen Weltenbrand: den Trojanischen Krieg, der furchtbarste, den die antike Tradition kannte. Und Europa, die phönizische Königstochter, verkörpert das Bewusstsein der Griechen um Herkunft, Eigenart und somit auch Zukunft der eigenen Kultur, welche maßgeblich geprägt war durch die kulturellen Einflüsse und Errungenschaften der Zivilisationen des Alten Orients.

Videoprojekt von Staatstheater Karlsruhe und Badischem Landesmuseum (5 Folgen)

Folge I „GNTM – Griechenlands next Topmodel“ zum Paris-Urteil - wöchentlich ab 22.6. unter www.landesmuseum.de/digital sowie www.staatstheater.karlsruhe.de 

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