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RINGS UM UNS WAR SCHWEIGEN NUR

RINGS UM UNS WAR SCHWEIGEN NUR - Foto: Badisches Staatstheater

Ein Abend mit Musik und Texten zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Mit Musik von Yehezkel Braun, Gideon Klein und Viktor Ullmann sowie Texten von Jean Améry, Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger und Abraham Sutzkever

Dauer: ca. 1h 30, keine Pause

27.1.2024 STUDIO

Felix Nussbaums Selbstporträt mit Judenpass konfrontiert uns mit einer Passkontrolle, einer Situation, der Juden und Jüdinnen unter dem nationalsozialistischen Regime täglich ausgeliefert waren. Nussbaum inszeniert sich hier allerdings nicht als Opfer: Es ist nicht er, der in die Enge getrieben und angeklagt wird, sondern der*die Betrachter*in, der*die in der Rolle als Kontrolleur*in gezwungen wird, die eigene Haltung und Machtposition zu hinterfragen.

Felix Nussbaum und Selma Meerbaum-Eisinger – aus einem Gedicht von ihr stammt der unserer Veranstaltung den Titel gebende Vers -  sind nur zwei der zahlreichen jüdischen Stimmen, die von den Nationalsozialisten ermordet, vertrieben, zum Verstummen gebracht und dem Vergessen anheim gegeben wurden. Felix Nussbaum, der denunziert, deportiert und in Auschwitz ermordet wurde, hatte genau dies befürchtet und appelliert: „Wenn ich verschwinde, lasst meine Werke nicht sterben“. Ein Appell, der sich dem Vergessen und Verstummen versperrt und ein heutiges Deutschland zum Erinnern verpflichten sollte – gerade heute, wenn in Deutschland rechtsextreme Positionen und Geschichtsverleugnung wieder mehrheitsfähig sind und Antisemitismus und antisemitische Gewalttaten wieder zunehmen: Eine Verpflichtung zur Erinnerung wie auch Auseinandersetzung mit den Anklagen und Stimmen all derjenigen, die dem Verbrechen und Schweigen in der Zeit des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wollen die Ensemblemitglieder des STAATSTHEATERS mit Texten, Kammermusik und Liedern an die von den Nationalsozialisten verfemten jüdischen Autor*innen und Komponist*innen erinnern und deren Stimmen an unsere Gegenwart und Gesellschaft anbinden.