Zur mobilen Version Suche Suche

Navigation einblenden

SCHAUSPIEL

Noch nie gab es so ambitionierte, emanzipierte und selbstbewusste Frauen wie heute – und das über alle Altersgrenzen hinweg. In vielen Regionen der Erde sind Frauen bereits besser gebildet und erfolgreicher – und bewirken den grundsätzlichen Wandel einer männerdominierten Gesellschaft. Und doch fällt der Blick in die Realität von Geschlechtergerechtigkeit, Gleichberechtigung in Alltag und Bezahlung ernüchternd aus. Die vergangenen Monate der Krise haben es deutlich gemacht: Es sind vor allem die Frauen, die über Monate hinweg dafür sorgen, dass die Kinder im Homeschooling mitkommen und der Corona-Alltag einigermaßen läuft. Homeoffice bedeutet für sie tagsüber meist vor allem Home und weniger Office. Während die Expertenkommissionen, Virologen, Klinikchefs, Firmen- und Verbandschefs, Ökonomen und die meisten Ministerpräsidenten sowie 24 der 26 Sachverständigen der Leopoldina männlich sind. Die Bundeskanzlerin und die Familienministerin sind sehr wohltuende Ausnahmen. Die Gefahr eines Rückschlags in Sachen Geschlechtergerechtigkeit ist gerade enorm wie die jüngsten Studien der Konrad Adenauer-Stiftung bestätigen. Daher sollten wir gerade im Krisenmodus nicht vergessen zu fragen, wo die Kraft und die Chancen in der Neuverhandlung von Geschlechterverhältnissen in unserer Gesellschaft liegen.


In den vergangenen zwei Spielzeiten haben wir uns mit vielen inspirierenden Frauen ausgetauscht: Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Autorin Jagoda Marinić haben anlässlich ihres neuen Buchs Sheroes über die Rollen von Männern und Frauen im gemeinsamen Kampf gegen Machtmissbrauch gesprochen. Mit der ehemaligen Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle hatten wir eine beeindruckende Vorkämpferin für die Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft zu Gast und mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Karlsruhe Verena Meister diskutierten wir über die Realitäten in und Wünsche für unsere Stadt. Um Frauen in der bildenden und darstellenden Kunst ging es im Gespräch mit der Direktorin des Badischen Kunstvereins Anja Casser. Mit der Professorin für Politische Ökonomie am Karlsruher Institut für Technologie Prof. Dr. Nora Szech fragten wir uns, wie sich Wirtschaft verändert, wenn Frauen mehr Platz in Unternehmen und Politik gewinnen. Und mit der Publizistin Mithu Sanyal, einer der schlauesten und zugleich unterhaltsamsten Stimmen, wenn es um Feminismus geht, redeten wir über Intersektionalität, Sexualität und Identität. Lassen Sie uns gerade in dieser Situation im angeregten Austausch bleiben. Das Gebot der Diversität kann nicht nur in ruhigeren Zeiten gelten!

Navigation einblenden